AEPHANEMER - Memento Mori

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VÖ: 16.09.2016
Bandinfo: AEPHANEMER
Genre: Melodic Death Metal
Label: Primeval Sounds
Lineup  |  Trackliste

Toulouse, Frankreich. Wir schreiben das Jahr 2016. Ein eingeschworenes Quartett setzt ein Mahnmal. Eines, das die Vergänglichkeit des Seins zum Thema hat. Und das, obwohl sie damit ihr Longplayer-Debut aus dem Boden stampfen und wohl kein Gedanke entfernter sein könnte als Verfall und Niedergang. 

Denke immer daran, dass du stirbst. „Memento Mori“ betitelt sich das erste Album des Melodic Death Metal-Quartetts AEPHANEMER. Von „Sisyphus´ Bliss“ (vielleicht hat der griechische Knabe den Stein doch endlich mal an der richtigen Stelle zum liegen gebracht) bis „Gilgamesh“ landeten insgesamt zehn Stücke, thematisch stilvoll an das Motto angelehnt, auf „Memento Mori“.
Musikalisch identifizieren sich AEPHANEMER dabei durch eine gehörige Portion Melodie, hookige Linien, einem musikalischen Gesamtbild, das manchmal ein wenig in die Power-Richtung schwenkt (was durchaus stimmig in den Sound passt) und der kraftvollen, aber nicht verwilderten Death-Voice von Sängerin Marion Bascoul. AEPHANEMER zeigen schon jetzt mit „Memento Mori“, dass sie gewillt sind, ihrem Sound einen eigenen Stempel mit Erkennungswert aufzudrücken. Egal, dass manche Passagen dem ein oder anderen Genre-Kollegen ähneln mögen (man möge mir zeigen, wer das Rad neu erfindet), AEPHANEMER haben ihre eigene Linie gefunden, der sie treu bleiben. Vielleicht manchmal etwas zu treu, denn das Album wirkt trotz aller Abwechslung an manchen Stellen recht ähnlich gestrickt. Dies heißt aber nicht, dass „Memento Mori“ Langeweile aufkommen lässt. Durchgehend treibend, kann sich jeder Song hören lassen. Lediglich eine Death Metal-Abrissbirne wird man hierbei nicht erwarten können. Dafür klingt das musikalische Gesamtbild dann doch zu melodisch, zu glattgebügelt. Raue Ecken und Spitzen wird man hier vergeblich suchen. Dafür wird man bei intensiverer Beschäftigung und aufmerksamem Hören die ein oder andere Finesse finden, mit denen AEPHANEMER ihr Werk spicken. 

Da gibt es das stimmungsgebende Intro bei „Unstoppable“, das sich zu Melodielinien hochschraubt, die sich unweigerlich im Gehör festkrallen. Da gibt es Überlängen-Kompositionen wie „Oathsworn“, das in etwa alles auffährt, was in einem siebeneinhalb-minütigen Song Platz hat, ohne dabei überladen und hektisch anzumuten. Da gibt es „Ghosts“, ein instrumentales Intermezzo, das den Wind aus den Segeln nimmt, um nachher den Sturm wieder losbrechen zu lassen. Abgeschlossen wird das Album von „Gilgamesh“ einem spannenden Instrumentalstück, das sich mit ansehnlicher Überlänge ebenfalls in seinem Wirken Zeit lässt. Da wären kleine klare Gesangseinlagen der Death-Stimme Marion, wie etwa beim titelgebenden Song „Memento Mori“. Es wird viel Raum gegeben für ausladende melodiöse Passagen, doch trotz der Befürchtung irgendeiner Art von Bombast-Death statt zu geben, verzichten die Franzosen vollkommen auf aufgeplusterte Additionen. 

AEPHANEMER schaffen es schon mit dem ersten Longplayer eine klare Marke zu setzen. Schwungvoll, rhythmisch und mit einigen Feinheiten groovt sich „Memento Mori“ recht gut im Gehörgang ein. Durchaus tendiere ich aber auch dazu zu behaupten, dass Steigerungspotenzial absolut vorhanden ist. Eine solide Melodic Death-Scheibe mit Luft nach oben. 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (11.09.2016)

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