A DAY TO REMEMBER - Bad Vibrations

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VÖ: 02.09.2016
Bandinfo: A DAY TO REMEMBER
Genre: Hardcore
Label: Victory Records
Lineup  |  Trackliste

A DAY TO REMEMBER melden sich mit ihrem neuen Album „Bad Vibrations“ zurück und haben bereits im Vorhinein durch den überraschend harten Titeltrack „Bad Vibrations“ und die ebenfalls starke Single „Paranoia“ neugierig gemacht. Das wurde nach dem seichten und gefühlt halbherzigen „Common Courtesy“ von 2013 auch mal nötig! Jetzt ist „Bad Vibrations“ da, aber wird es den Hoffnungen gerecht? Jein.

Das Album kommt mit 13 Titeln und einer Laufzeit von ungefähr 48 Minuten daher, was definitiv umfangreicher ist, als die meisten Genrekollegen es pflegen. Aber bekanntlich geht Qualität vor Quantität. A DAY TO REMEMBER liefern mit einigen Songs unglaubliche Bretter, die an „Homesick“-Zeiten erinnern lassen und Lust auf den nächsten Albumtrack machen – der sich dann aber in belanglosem und austauschbarem Pop-Punk verliert. So hört man die eben erwähnten vorab veröffentlichten Singles sofort zu Anfang, nur um dann von „Naivety“ enttäuscht zu werden, von dem mir, trotz mehrmaligem Hören, nicht eine Zeile hängengeblieben ist. Danach hat das Album einen kleinen Lauf, denn es folgen drei Songs an denen absolut nichts auszusetzen ist. Allerdings sind weder „Exposed“, noch „Bullfight“, noch „Reassemble“ wirkliche Überraschungen oder Wow-Momente; es ist einfach A DAY TO REMEMBER ohne wirkliche Entwicklung oder Innovation.

„Bad Vibrations“ hätte genau so bleiben können und man hätte das Album als bedingungslose Verbesserung gegenüber „Common Courtesy“ verzeichnen können, aber es musste ja die zweite Hälfte der Platte folgen. „Justified“, „We Got This“ und „Same About You“ klingen einfach viel zu sehr nach A DAY TO REMEMBER-Standard-Mittelmäßigkeits-Pop-Punk, der zwar Potential hat, die Band aber entweder zu feige oder zu faul war (ich weiß nicht was hier schlimmer wäre) etwas neues auszuprobieren und sich auch nur einen Millimeter vom sicheren Schema F zu entfernen. Und dass sie es eigentlich können, zeigen sie doch im nächsten Song „Turn Off The Radio“! Frischer Sound, der zu den Singles passt und Musik, die im Ohr bleibt. So muss das! Darauf folgt jedoch wieder nur Ernüchterung: Die obligatorische A DAY TO REMEMBER-Ballade, dieses Mal mit dem Namen „Forgive And Forget“, und „Negative Space“, das sich ohne Zweifel sofort in eine Reihe mit dem Anfang der zweiten Hälfte von „Bad Vibrations“ stellen kann. Gott sei Dank ist „In Florida“ der letzte Song des Albums und auch der einzige, der so schlecht war, dass ich ihn auch beim fünften Durchlauf von „Bad Vibrations“ nicht bis zum Ende hören konnte.

A DAY TO REMEMBER standen schon immer für die Kombination aus Pop-Punk und Hardcore; diesen Stil treffen hier allerdings nur sechs Songs. Diese Tatsache würde absolut kein Problem darstellen, wenn die restlichen sieben Songs denn auf ihre Art trotzdem gut und hörenswert wären – sind sie aber nicht. Die Band flüchtet sich das halbe Album über in bekannte und sichere Strukturen, ohne neue Wege zu beschreiten. Ärgerlich, da das Potential dafür mehr als vorhanden ist. Soll im Endeffekt heißen: „Bad Vibrations“ ist kein schlechtes Album, aber es ist bei weitem nicht das, was es hätte sein können. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass A DAY TO REMEMBER mal wieder Nägel mit Köpfen macht, denn das hier ist nichts Halbes und nichts Ganzes.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (03.09.2016)

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