TO THE RATS AND WOLVES - Dethroned

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VÖ: 02.09.2016
Bandinfo: TO THE RATS AND WOLVES
Genre: Metalcore
Label: Arising Empire
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Lineup  |  Trackliste

Bunte Farben, tanzbare Beats und heftige Moshparts – genannt Trancecore. Auch wenn sie nicht die ersten sind, die diesem umstrittenen Konzept nachgehen, so sind dies doch auch die Zutaten der musikalischen Machwerke von TO THE RATS AND WOLVES. Und was ihren Output angeht machen die Jungs keine halben Sachen: Zwei Jahre, zwei vollwertige Alben, mehrere Headliner-Touren, Support für WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER und ein Slot im „Summerbreeze“-Lineup. Dass die Nähe der Electro-/Trancecore-Newcomer aus dem Ruhrpott zu den großen Genrebrüdern ESKIMO CALLBOY bei den letzten Releases nicht nur geographisch, sondern auch ganz klar musikalisch zu bestimmen war, wird jedem aufmerksamen Hörer ohne Weiteres aufgefallen sein, und „Dethroned“ bildet da keine Ausnahme.

Das Album zeigt (zumindest teilweise), dass TO THE RATS AND WOLVES wesentlich mehr drauf haben, als eine light-Version von ESKIMO CALLBOY zu sein. Besonders der Cleangesang von Nico Sallach hat sich sehr zum Positiven entwickelt und klingt allgemein runder und abgestimmter auf den Rest der Band, als es beispielsweise auf „Neverland“ der Fall war. Um bei den Vocals zu bleiben: Ein großer Kritikpunkt bleiben leider die Screams von Frontschreier Dixi Wu. An Stellen, wo er wirklich für sich allein steht – ohne Doubles oder ähnlichem im Hintergrund – scheint sich seine Stimme zu überschlagen und klingt einfach zu sehr gewollt denn gekonnt. Das ist aber rein subjektives Empfinden. Instrumental bewegt sich „Dethroned“ auf einem ähnlichen Level wie „Neverland“, nur die Synths klingen ausgereifter und durchdachter; so wie das Songwriting. Schade ist nur, dass die Platte an demselben Problem leidet wie schon das vorherige Release: Einzelne Tracks stechen hervor, andere wirken zu sehr wie Lückenfüller, um eine vollständige LP produzieren zu können. So starten TO THE RATS AND WOLVES hier mit drei Brechern, die gut geschrieben, abwechslungsreich und rundum ausgereift wirken. Besonders „Starting All Over“ bleibt im Ohr. Der Titeltrack zu „Dethroned“ klingt dann leider nur mittelmäßig, gefolgt von „Knights of Decay“, der es meiner Meinung nach besser nicht auf das Album hätte schaffen sollen. Ein Glück, hebt „Prototype“ wieder das Niveau, schließt aber leider qualitativ nicht an den Start der LP an. Trotzdem zählt der Track zu einem der TO THE RATS AND WOLVESigsten des ganzen Albums – besonders das ruhige Riff des Intros, das sich immer wieder im Song findet, und der Refrain klingen frisch und individuell. Nach dem soliden „Anti-Heroes“ folgen leider noch sechs weitere Songs, von denen prinzipiell nur die Ballade „Love at First Bite“ und eventuell der Rausschmeißer „Dressed in Black“ eine Existenzberechtigung auf einem eigentlich gelungenen Album haben sollten.

TO THE RATS AND WOLVES mausern sich immer weiter aus dem Schatten von ESKIMO CALLBOY & Co. heraus und finden ihren eigenen Platz im Genre. "Dethroned" ist insgesamt ein recht kurzlebiges Album mit viel Luft nach oben. Für das nächste Release würde ich mir allerdings wünschen, dass die Jungs sich etwas mehr Zeit lassen und länger an den Songs feilen beziehungsweise mehr auf durchgehende Qualität der Tracks achten. Da würden die Fans auch sicher mal zwei statt einem Jahr Wartezeit verkraften. Das hätte besser werden können. Schade eigentlich.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (13.09.2016)

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