Tygers of Pan Tang - Tygers of Pan Tang

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VÖ: 21.10.2016
Bandinfo: Tygers of Pan Tang
Genre: Heavy Metal
Label: Mighty Music
Lineup  |  Trackliste

Wie unser Promoninister und Ursteirergrantscherben, White Eminem, zuletzt in seiner Rekapitulation zur Altwarenverwurstung „Tygers Sessions: First Wave“ der unsterblichen TYGERS OF PAN TANG so wissenschaftlich korrekt darlegte: die NWoBHM ist eine mittlerweile bis aufs letzte verkultete Schiene geworden, auf die sich steckengebliebene Alt- und modisch pervertierte Jungmetaler beiderseits einschießen und um die Wette sabbern. Absolut verständlich, erst gestern habe ich dem Koitus mit meiner First-Press-Ausgabe von „Angelwitch“ gefröhnt, während gleichzeitig meine ultra-rare Testpressung von MANILLA ROADs „Crystal Logic“ über Papas 1980er Plattenspieler kratzte – urtrve Oida! Nachdem ich dann endlich beim treibenden Mark „The Shark“ Shelton Riff in „The Ram“ zum orgiastischen Höhepunkt gekommen bin, dass die ANGELWITCH-Platte jetzt bis in alle Ewigkeit unspielbar geworden ist, beschloss ich, mir das neueste Machwerk der Tygers zu Gemüte zu führen. Ausgepowert war ich zu diesem Zeitpunkt ja schon, und so könnte eine eventuell untrve Schmach auch verkraftet werden – alles was die alten Säcke heute produzieren (Höhö, jetzt kommt die Ironie, mit der sich viele von euch so schwer tun!) ist doch sowieso nur mehr kommerzieller Ausverkauf und letzte Egobefeuerung! Wenn ich jetzt gehässig wäre, müsste ich ausholen zur Szenewatschen: Generell sollten sich alle bis heute im Underground steckengebliebenen Kultbands darauf beschränken, einmal im Jahr am KIT [Anm. d. Lekt.: "Keep It True", für die, die es nicht wissen] aufzutreten und dort ihr Publikum aus 80er-Die-Hards in Spandexhosen zu befeuern, die sich dann zu überteuerten Preisen von den anwesenden Plattenhändlern das Geld aus der Tasche ziehen lassen, um sich dann mit der First-Press „Angelwitch“, auf die Kevin Heybourne damals "schoss", als er das einzige jemals existierende ANGELWITCH-Groupie Backstage bearbeitete, als Held des Heavy-Metal zu profilieren – ihr seht, ich bin meine unspielbare LP doch noch losgeworden. [Anm. d. Lekt.: Und ihr seht, wir lassen bisweilen auch Schachtelsätze unseres Aggroterriers unangetastet...] Aber irgendwie erhält genau dieser Fanatismus das ganze Ding am Leben, befeuert die Leidenschaft und selbst darf man sich da manchmal auch nicht ausnehmen, denn von den Tygers habe ich Alles im Vinylschrank stehen. „Wild Cat“, „Spellbound“, „Crazy Nights“, bis heute absolute Überalben! Absolut gerechtfertigter Kult - egal wie lächerlich das für so manchen Aussenstehenden wirken mag!

Die Briten zeigten zuletzt schon mit „Ambush“, dass sie der spielerischen Kombination moderner Elemente mit dem klassischen NWoBHM-Riffing nicht abgetan sind und mit vorliegender selbstbetitelten Langrille geht man diesen Weg auch konsequent weiter – kann man jetzt gut finden, oder als untrven Hochverrat mit Fackel und Dreschflegel zurück in die Achtziger prügeln. Ohne Pathos und übertrieben religiösen Fanatismus analysiert, zeigt sich „Tygers Of Pan Tang“ dann doch als solides Altwerk, dass, wenn man den Vergleich nicht schreckt, über lange Zeit Parallellen zu wiedererstarkten ARMORED SAINT zeigt – wir führen hier das neue Genre Post-Popularity-Grandpa-Metal ein. Ideen haben die Altherren immer noch zur Genüge und wissen mit „Only The Brave“ oder „Blood Red Sky“ auch zu Fesseln. Auf weiten Strecken fragt man sich dann aber doch, wo man sich im Gesamtkonzept auf seine alten Tage hinbewegen will – letzte Bastion der klassischen NWOBHM (No fuckin Metalcore-Spassti-Deppen-Gehirnamputierten-Mucke!), oder will man doch den Brückenschlag zum sauber produzierten, verkaufszahlentauglichen Metalroutinier schlagen? Hier vergeht man sich zu viel in einer nicht durchgängigen Linie, was dem doch ambitionierten Werk dann doch vorm Durchschlagen einen Riegel vorschiebt. Eines kann man den Tigern aber auf keinen Fall absprechen, sie sind immer noch geile Dreckschweine, keine Schmusekatzen! Auch wenn „Tygers Of Pan Tang“ am Ende sicher nicht das Stärkste ist was uns die Wildkatzen in den letzten 40 Jahren beschert haben, ein respektables Altwerk bleibt es auf jeden Fall - an die durchschlagende Stärke der Klassiker kann man aber mit "Tygers Of Pan Tang" nicht mehr anknüpfen… Anyway, Suzie smiled!  



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Laichster (18.10.2016)

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