INSANITY ALERT - Moshburger

Artikel-Bild
VÖ: 23.09.2016
Bandinfo: INSANITY ALERT
Genre: Thrash Metal
Label: This Charming Man Records
Hören & Kaufen: Amazon | Webshop
Lineup  |  Trackliste

Man kann es drehen und wenden wie man möchte, man kann UNESCO-Botschafter eines fremden, weit entfernten Genres sein, man kann zu Achtziger-Metal-Mucke stehen wie man will, man kann Einwohner von Alpha-Centauri sein und das erste Mal mit Metal überhaupt konfrontiert: INSANITY ALERT sind der heißeste Shice des Alpenlandes und bleiben es vorrausichtlich auch. Natürlich ist das nicht von heute auf morgen einfach so passiert. Die Tiroler Combo gehört sicherlich zu den momentanen Live-Kapazundern und weiß, dass man sich Ruhm und Ehre nicht so einfach mit dem Verkauf von ein paar schnoddrigen CDs drauftut. Die Bühne war schon immer das Zuhause des hyperaktiven Quartetts, und wer die Mucke von INSANITY ALERT kennt und schätzt, der weiß auch, dass ebendort ebendiese am ebenbesten funktioniert. Was natürlich nicht heißt, man solle zwischendurch keine Platten machen. Aber wo andere Bands ein paar Songs schreiben, auf rundes Plastik pressen und das Ganze dann live spielen, funktionieren INSANITY ALERT scheinbar genau umgekehrt: der Ursprung der Songs ist die Gosse, die Road, die Hood. Dann kommt die Bühne. Und erst dann die CD.

Mittlerweile auch schon die zweite, die nennt sich passenderweise „Moshburger“, und schon das coole Comic-Cover von James Callahan (also known as Barf Comics) zeigt: hier wird sowohl mit Humor, als auch mit Nachhaltigkeit und Konsequenz gearbeitet - das Artwork ist Teil der Musik und Teil der Sub-Kultur. Klar, wir hören hier – wie schon am selbstbetitelten Erstling von 2014 – Bands wie die SUICIDAL TENDENCIES, D.R.I., ATROPHY, MUNICIPAL WASTE oder S.O.D. raus, nur halt alles auf doppelt so schnell, das mag auch jeder ein wenig anders hören und sehen. Aber das Gebräu, das INSANITY ALERT aus ihren Lieblingseinflüssen fabrizieren, hat schon auch seine eigene Note. Bei der Wucht, die via „Moshburger“ in satten 26 (in Worten: sechsundzwanzig) Minuten auf uns einscheppert, können sich andere Bands selbigen Kalibers erstens gleich mal warm anziehen und zweitens auch gleich mal brav im Proberaum verkriechen. Nicht zum Proben, sondern zum Weinen. Wie sagte schon mein berühmter Urgroßvetter, der allseits bekannte Ökonom Anasthasius von Seidinger, vor knapp 276 Jahren: Was nützt dir das geilste Produkt, wenn du nicht weißt, wie man es verkauft ?

INSANITY ALERT sind geil, haben ein Produkt und wissen zu allem Überdruss auch noch, wie man den Schmarrn adäquat an den Mann bringt. Der holländische Wahl-Tiroler Kevin „Heavy Kevy“ Stout erweist sich einmal mehr als absoluter Glücksgriff, der die eh schon begnadeten Musiker mit seinem urtypischen Gekasper und seinem aggressiven Gesang noch ein gutes Stück weit nach vorne hievt. Das Ziel von „Moshburger“ war laut Drummer Don Melanzani, dass es unter 30 Minuten dauert. Das ist für eine Langspielplatte zwar ein wenig arg kurz, stellt die Sache eher in eine Reihe mit Punk- oder Grind-Scheibletten, und im Endeffekt hier auch irgendwie das einzigste Manko dar. Aber in Anbetracht des komprimierten, Güterzug-artigen Stakkato-Dauerfeuers, das in den 15 Tracks auf den Hörer losgelassen wird, würde man mehr sowieso psychisch nicht unbeschadet verkraften. Thematisch geht’s natürlich wieder augenzwinkernd zur Sache, und David Guetta bekommt ebenso sein Fett weg wie der Crabman, oder auch die allgegenwärtigen Longboards, diese Porsche Cabrios der Generation Horst. Nachdem sämtliche Dorfdiscos von Lord Kill-A-Lot demoliert wurden, der Desinfektor die Köpfe sämtlicher Leute abgemäht hat, Satan einen Pakt mit der Schwammerlwolke geschlossen hat und Slimer’s Rache nicht nur die seelisch Instabilen aufmarschieren lässt, weiß man dann auch gleich wieder, warum INSANITY ALERT der heißeste Schice aus dem Alpenland sind und es voraussichtlich auch bleiben. Mosh!

--> Hier könnt ihr euch das Interview ansehen, das wir vor kurzem mit Heavy Kevy und Don Melanzani geführt haben!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (23.09.2016)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Nordic Union
ANZEIGE