POISON HEADACHE - Poison Headache

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VÖ: 03.06.2016
Bandinfo: POISON HEADACHE
Genre: Hardcore
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

POISON HEADACHE, für viele auch bekannt als Katerkopfschmerz nach zu viel des beliebten Nervengiftes Alkohol, haben absolut nichts mit besagtem Getränk zu tun, sondern liefern astreinen Hardcore mit Metaleinschlag, der nur im Ausnahmefall zu Kopfschmerzen führen kann.

Das Trio aus San Diego macht auf dem selbstbetitelten Debutalbum „Poison Headache“ von Anfang an keine Gefangenen. Zehn Tracks, 27 Minuten, kurz und knackig. Bei so einer kurzen Spieldauer hat man natürlich auch keine Zeit für ein Intro oder sonstige zeitfressende Eskapaden, und so brettert „Sin Eater“ als Opener direkt los und sorgt für eine kleine Schrecksekunde beim verwöhnten Mainstream-Hörer. Ich selbst habe ein wenig gebraucht, um den Stil der Jungs einordnen zu können – mit klassischem Hardcore hat „Poison Headache“ nämlich ungefähr so viel zu tun wie der Kakao mit der Kuh: Es ist klar wo es herkommt, aber was ist die zweite Zutat? Spätestens bei Song Nummer Vier, „Gray Skies“, fällt dann aber der Groschen. Dieser Hardcore bedient sich an Trash Metal und klassischen Metal-Elementen. Im Klartext klingen POISON HEADACHE wie eine musikalische Kreuzung aus HATEBREED und PANTERA – besonders in Bezug auf wirkliche Riffbretter und gewagte Gitarrensoli. Diese Genremischung fand ich zuletzt bei MALEVOLENCE (von denen hier vermutlich noch niemand gehört hat) und bin froh zu hören, dass nach und nach auch weitere Bands in dieselbe Kerbe schlagen.

In den folgenden Songs geht es auch weiterhin knüppelhart zur Sache, besonders „Death‘s Design“ und „Never.Again“ bleiben im Kopf. In der Überleitung „Benumbed“ zeigt die Band, dass es auch etwas melodischer zugehen kann, vor allem instrumental. Das Ganze klingt sehr atmosphärisch und spiegelt gut die Gesamtstimmung des Albums wider, weshalb der Song vermutlich besser als Intro geeignet gewesen wäre. Aber wie heißt es so schön: Das Beste kommt zum Schluss. Nicht anders ist es auf „Poison Headache“, welches in der zweiten Hälfte wesentlich besser zu überzeugen weiß als in der ersten, und sich sein Highlight bis ganz zum Schluss aufspart. Der letzte Track „Discloser“ zieht nämlich noch einmal alle Register, inklusive eigenem Intro, Soli, Beatdown-Parts und allem was das Herz begehrt – und ist zudem mit einer Laufzeit von 4:11 der längste Song des Albums.

POISON HEADACHE liefern mit ihrem gleichnamigen Debutalbum eine solide LP mit einem unverbrauchten Musikstil, der meiner Meinung nach viel zu wenig vertreten ist und auf keinen Fall in die 0815-Hardcore-Schublade gesteckt werden darf. Gerne mehr davon!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (24.09.2016)

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