Hannes Grossmann - The Crypts of Sleep

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VÖ: 02.09.2016
Bandinfo: Hannes Grossmann
Genre: Progressive Death Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Langsam wird es unheimlich: was da in letzter Zeit aus dem deutschen Prog-Death-Lager veröffentlicht wurde, ist so durchgehend gut, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Aus dem NECROPHAGIST-/OBSCURA-Umfeld sind da diverseste Ableger entstanden, deren Alben alle für sich absolute Highlights waren – vor allem die grandiosen ALKALOID mit „The Malkuth Grimoire“ oder der leider nur kurz bei OBSCURA aktive Tom Geldschläger mit seinem FOUNTAINHEAD-Projekt sind da zu nennen. Und auch OBSCURA selbst hat nach den eher mauen letzten Alben mit „Akróasis“ wieder zu alter Stärke gefunden.

Einer der aktivsten Musiker in diesem Umfeld ist Ex-OBSCURA-Zeugler HANNES GROSSMANN, der schon 2014 mit seinem ersten Soloalbum „The Radial Covenant“ aufzeigte, dass er mehr kann als mit Stöcken auf Trommeln zu schlagen. Der gute Mann hatte einen großen Songwriting-Anteil sowohl an den OBSCURA-Alben an denen er beteiligt war, als auch bei ALKALOID. War also zu erwarten, dass sein Solo-Zeug genauso stark ist.

Und genauso ist es auf „The Crypts Of Sleep“, das musikalisch am ehesten noch mit ALKALOID vergleichbar ist. Heißt: progressiver Death Metal (oder deathiger Prog Metal?) von langsam-groovig bis hyperschnell, von sanft bis brachial, von komplexesten Riffs und Songstrukturen bis zu eingängigen Refrains. Also extrem abwechslungsreich, auch wegen der ab und zu eingestreuten Black-Metal- („In The Eye Of The Storm“, „Beyond The Boundaries Of Death“) und Rock-Parts („The Crypts Of Sleep“)

Musikalische Highlights auf „The Crypts Of Sleep” herauszupicken fällt wegen der durchgehend hohen Qualität schwer, als Favourites kristallisieren sich dann aber der Opener „To Sow The Seeds Of Earth“, „In The Eye Of The Storm“, das mit geilen Old-School-IN FLAMES-Parts gespickte „Oceanborn Master“, der vergleichsweise langsame Nackenbrecher mit den sympathischen Titel „Hail Satan“ oder das ober-progressive Instrumental „Gravity Waves“ heraus.

Um seine musikalischen Ideen umzusetzen, hat sich HANNES GROSSMANN viele der bekanntesten und besten Namen aus dem oben erwähnten Dunstkreis ins Studio gebeten, von denen die meisten auch bei ALKALOID beteiligt sind. Das heißt, dass wieder einmal die absolute Musiker-Oberklasse an „The Crypts Of Sleep“ mitmacht. Vor allem die abwechslungsreichen Vocals von Morean, der von ruhigem Gesang über Death-Growls bis zum Black-Gekeife alles drauf hat, und das geniale Bass-Spiel von Linus Klausenitzer („Gravity Waves“!) sind aber noch mal extra hervorzuheben. Gastbeiträge von anderen Kapazundern wie FOUNTAINHEAD, HATE ETERNAL-Mastermind Erik Rutan, SCAR SYMMETRY-Klampfer Per Nilsson oder Ex-OBSCURA-Gitarrist Christian Münzner runden das Bild noch mal ab.

Mit  dem (übrigens per Crowdfunding finanzierten) „The Crypts Of Sleep“ setzt HANNES GROSSMANN noch einen auf auf den eh schon starken Vorgänger „The Radial Covenant“ drauf – hier passt einfach alles. Höchstnote!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Luka (05.10.2016)

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