Obituary - Ten Thousand Ways To Die

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VÖ: 21.10.2016
Bandinfo: OBITUARY
Genre: Death Metal
Label: Relapse Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

So muß das! Als bekannt wurde, dass die Jungs aus dem Sunshine State eine neue Single unter ihre Anhänger bringen wollten, stieg die Vorfreude. Noch immer die niederstreckenden Liveshows im Nacken spürend, wollte man unbedingt wissen, ob die Florida-Death-Institution dem wohl als Death Metal-Album des Jahres zu bezeichnenden ASPHYX-Album "Incoming Death" zumindest im Kleinen Paroli bieten können wird. Ein derartig wertiges Paket wie vorliegendes war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erwarten. Dem kreisenden Pit aus Death-Heads wird neben den zwei neuen, tollen Titeln nämlich ein Paket gegönnt, das über die Begrifflichkeit „Bonus“ hinausgeht. Kraftstrotzende elf Livetracks bilden den Zusatz-Soundtrack zum Todesexzess, eine ganze Armada aus DM-Classix und Hammertiteln vom letzten Albumkracher „Inked In Blood“, DEM Death-Album 2014. Zwar schafften es nur „Centuries Of Lies“ und „Violent By Nature“ in die exklusive Auswahl, doch die Discographie der Tardy-Brothers und Konsorten wartet mit einem derartig hochklassigen Repertoire auf, dass jedem Nacheiferer angesichts der Güte des Materials zwangsläufig die Kinnlade nach unten kippt.

Zuerst jedoch zu den neuen Tracks. „Loathe“ greift den Vibe der „Inked In Blood“-Titel auf und lässt die Axt mächtig schwingen. Das kernige Gitarrenriff und ein Mördergroove zeigen, dass wohl auch das neue Studioalbum nahtlos an den 2014er Erfolgstitel anknüpfen wird. Auch das Rhythmusmonster „Ten Thousand Ways To Die“ sägt beharrlich und stampft mit immenser Wucht und schwerer Behäbigkeit alles in den gärenden Everglades-Morast. Die Death Metal-Feuerwerke, welche die Florida Death Squad zuletzt auf hiesigen Bühnen abbrannte (Livereports aus Innsbruck und München), wurden hier in Form von Cuts des US-Teils der letzten Tour für die Nachwelt verewigt. Der Liveteil entführt uns auf eine Zeitreise in die Death Metal-Geschichte und zaubert unsterbliche Genrehits, fette Midtempo-Groovewalzen und Band-Evergreens nur so reihenweise aus dem Hut. Fängt beim Debut („Intoxicated“, „Bloodsoaked“) an, geht über Erfolgsalben wie „Cause Of Death“ („Dying“, „Find The Arise“ und „Chopped In Half-Turned Inside Out“ wuchten „Big Time“) und weiter zum „Redneck Stomp“, der alles plattnietet. „Don´t Care“ (von „World Demise“) wütet in desaströsem Ausmaß und das ikonische „Slowly We Rot“ zerstört am Schluß alles. Und dabei fehlen noch viele Standards oder Tracks vom „The End Complete“-Zerstörer.

Einmal mehr wird einem die Ausnahmeklasse dieser Band mitten in die Fresse gedrückt, die Tightness, Dynamik und Durchschlagskraft knallt einen förmlich weg, daneben sind es einmal mehr die unmenschlich-gutturalen Urlaute, die Fronter Donald Tardy aus seinen Stimmbändern presst, die einen packen. Die als Single titulierte Vollbedienung ist eine unglaublich kraftvolle und dichte Machtdemonstrationen einer DM-Institution, die nicht zuletzt mit ihrem letzten Dreher ein weiteres Karrierehoch erklomm und abseits unglaublich starker neuer Titel mit einem ultra-geilen Liveprogramm aufwartet. Die Aufnahmen sind soundmäßig unbehandelt (wie die Band versicherte) und bilden in Tateinheit mit dem garstigen Andreas Marschall-Artwork die ideale Basis für die in Bälde stattfindende „Battle Of The Bays“-Tour mit EXODUS & Co. Glasklare Pflichtveranstaltung, schon länger war ein "Kleinformat" (Spielzeit 54 Minuten!) nicht mehr so empfehlenswert!



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (17.10.2016)

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