LACRIMAS PROFUNDERE - Hope Is Here

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VÖ: 12.08.2016
Bandinfo: LACRIMAS PROFUNDERE
Genre: Dark Rock
Label: Oblivion/SPV
Lineup  |  Trackliste

LACRIMAS PROFUNDERE? Waren das nicht diese süddeutschen Goth Rocker, die in vergangenen Zeiten schmachtend von diversen dunklen Seelen im deutschen Musik-TV bewundert wurden? Ja, waren sie. Aber die Zeiten haben sich geändert. Einstige Megaseller wie HIM interessieren heute niemanden mehr und die damals so hippe gotische Blässe ist inzwischen endgültig verblichen. Selbstverständlich gibt es die Subkultur noch, doch die damals so beliebte Ausprägung des Goth Rocks existiert heute kaum noch.

Auch die Bayern von LACRIMAS PROFUNDERE beweisen auf “Hope Is Here“, dass sie diesem Genre entwachsen sind. Bereits der Vorgänger “Antiadore“ hat dies impliziert. Die neue Veröffentlichung geht also den Weg der Veränderung weiter, ohne die Identität der Band zu negieren. Für meinen Geschmack hat man es in der Vergangenheit mit dem Pathos etwas übertrieben. Pathos und Theatralik wurden in den vergangenen Jahren aber immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Im Jahr 2016 spielt man melancholische, bittersüße Rockmusik, die auch mal vorsichtig über den Tellerrand schielt. Ungewöhnlich ist zum Beispiel “Pageant“, das zu Beginn beinahe nach Southern Rock klingt, danach aber zu einem atmosphärischen, aber dennoch eingängigen Song wird. “My Halo Ground“ liebäugelt mit orientalischen Elementen, während “A Million Miles“ sogar moderne, abgehackte Riffs inkludiert. Generell sind die Riffs zum Teil schwerer als noch bei den Vorgängerwerken, was man zum Beispiel auf “Timbre“ nachvollziehen kann. Doch keine Angst, auch die vertonte Melancholie lässt sich zu jedem Zeitpunkt nachhören. “Hope Is Here“, “You, My North“ oder das lässige “Aramis“ werden sowohl „alten“ Fans als auch Fans der neueren Generation gefallen.

Eines muss man LACRIMAS PROFUNDERE attestieren: Man hat sich in vielen Punkten verbessert. Bei “Antiadore“ habe ich das Songwriting noch kritisiert, bei “Hope Is Here“ zeigt man sich deutlich abwechslungsreicher und trotzdem eingängiger. Es hat den Anschein, als ob die Entwicklung der Band noch nicht zu Ende wäre, was auf qualitativ hochwertige, melancholische Rockmusik hoffen lässt. Je weniger man auf Nummer sicher geht, desto deutlicher werden die Qualitäten der Band.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (12.10.2016)

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