SUPERLYNX - LVX

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VÖ: 14.10.2016
Bandinfo: SUPERLYNX
Genre: Doom Metal
Label: Duplicate Records
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Lineup  |  Trackliste

Es ist dunkel, es ist Nacht – und SUPERLYNX haben die Nebelmaschine angemacht. In einer hohlen Welt aus Hall und Rauch, sind die Waffen der Norweger logischerweise nicht stählern und scharfkantig, sondern beschwörend und diffus. Auf „LVX“ treffen sich SUPERLYNX mit durchhängenden Bass-Saiten und Köpfen zu einem Fest der Monotonie bei asketischem Tonumfang. Minimalistisch sind, passend dazu, auch die trance-induzierenden Vocals von Sängerin Pia Isaksen.

Das seit 2013 bestehende Trio beschreibt seine Musik nicht nur als vom Stoner, Sludge und Psychedelic-Rock beeinflussten Doom-Metal, sondern setzt dieses Versprechen auf ihrem Erstlingswerk „LVX“ auch genau so in die Tat um. Mehr Doom, als in den langsamen und traumartig verschwommenen Grabesgesängen über Trauer und Tod, ist wohl nur erreichbar, wenn man sich mit dem Plattenspieler in die knochenbleichen Katakomben von Paris begibt – ohne Kerzen. Die subliminal grungeig-abgefuckte Aura von Pia Isaksen lässt, besonders bei Refrains wie „I don’t wanna put on my funeral dress...“, kurz ein Lächeln zu. Aber bitte nicht zu oft.

Wir sind heute hier zusammengekommen, verehrte Gemeinde, um Abschied zu nehmen – von der Geschwindigkeit, von der unbeschwerten Freude der Kinder und vom Leben. Das wars, ich lege mich hin. Ich mache die Augen zu.

Doch wie von einer Sprungfeder getrieben, gehen sie wieder auf. Das war’s noch nicht, da ist noch mehr! SUPERLYNX packen den fuzzigen, steinigen Psychedelic-Rock aus und drehen die Gitarren hoch. Plötzlich passt alles zusammen. Obwohl sich am Gesang nichts geändert hat, kommt bei Songs wie „Elixir“, „Brilliance“ oder „Huntress“ durch die erhöhte Stromzufuhr ordentlich Leben in die fahle Hütte. Die Kombination aus todesnahen Herzrhythmen und aus dem Vollen schöpfenden Gitarrenriffs, macht beim ersten Durchhören von „LVX“ die Vocals zuerst erträglich, und nach kurzer Eingewöhnung bereits interessant. Insgesamt starten SUPERLYNX hier also mit einem durchdachten Werk, dessen Gesamtkonzept sich erst durch das Ineinandergreifen aller Puzzleteile offenbart.

Anspiel-Tipps: "Elixir", "Funeral Dress" und "Center of the sun".



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daria Hoffmann (25.10.2016)

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