Deathstorm - Blood Beneath The Crypts

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VÖ: 27.05.2016
Bandinfo: Deathstorm
Genre: Thrash Metal
Label: High Roller Records
Lineup  |  Trackliste

„Blood Beneath The Crypts“ ist irgendwie der heimische Afterburner des laufenden Metal-Jahres. Im Veröffentlichungswust untergegangen, soll dieser Dreher auf diesen Seiten ansprechend gewürdigt werden, bekommt der geneigte Hörer doch feinen Thrash Metal zu Gehör, noch dazu aus hiesigen Landen. Wild entschlossen tönen die vier Steirer auch auf ihrem Zweitling und beweisen ein weiteres Mal, dass sie in der Schule, in der frühe KREATOR & andere ruppige Thrash-Gesellen (vornehmlich teutonischer Provenienz) auf dem Lehrplan standen, hörbar bestens aufgepasst haben. DEATHSTORM strecken den Hörer mit kernigen Riffsalven, präzise platzierten Rhythmuswechseln und spürbar unbändiger Aggression nieder, die acht Songs werden dem Hörer sprichwörtlich direkt ins Hirn getackert. Gleich der brachiale Opener „Deathblow“ pfeift mit seiner ungezügelten Aggression, zwingendem Druck und gekonnter Dynamik mitten ins Herz des traditionsbewussten Metallers. Alle Trademarks dieser urwüchsigen und energiegeladenen Spielart des Metal werden aber auch in der folgenden knappen halben Stunde gehegt und gepflegt.

Der Vierer haut uns einen Nackenbrecher nach dem anderem um die Ohren, Tracks wie „Immortalized Sinner“ sind Pflicht und knallen, garniert mit infernalen Gitarrenabfahrten (landläufig Soli genannt), zwingenden Midtempo-Passagen und dem angepißten Keifgesang vom bassenden Fronter Marco, ohne Ende. „Splendid Mutilation“ ist dabei eine dermaßen fetzende Abrissbirne, dass selbst dem geeichten und traditionsbewussten Altmetaller die Spucke wegbleibt. Kompromißlos, drückend und pfeilschnell zwingen einen Titel wie diese in die Knie. Besser war Thrash Metal aus der Alpenrepublik seltener. Ergänzt um das rabiate wie zackige „I Conquer“ und das rausgekotzte „Verdunkeln“, welche schon vor der Veröffentlichung dieses Langholzes live vorgestellt wurden (zum Livereport), machen DEATHSTORM die raue Klasse früher Thrash-Schmankerln greifbar.

Die Rhythmussäge „Murder Of A Faceless Victim“ zeigt die Variationsfähigkeit des Quartetts, das starke „I Saw The Devil“ killt am Ende noch mit geilem Wechsel-Geshoute und macht Gusto auf weitere Zerstörer der steirischen Hausmarke. Mit authentischem Charme der guten alten Schule zeigen DEATHSTORM, welche wohlfeilen Thrash-Blüten Österreich hervorzubringen vermag. Die ruppige (aber nicht rumpelige) Vorgehensweise zieht diverse Scheitel in der Metallandschaft, der ungehobelte Sound und die greifbare Energie des Vierers machen den Zweitling aus der St. Eiermark nicht zuletzt aufgrund der Qualität der einzelnen Tracks und des entfesselt wütenden Rifforkans zu einem Kracher einheimischer Thrash Metal-Kultur, der allerdings längst über internationales Format verfügt. DEATHSTORM thrashen uns geradewegs in die glorreichen Achtziger, als die Metalwelt noch in Ordnung war!

Devastating Austrian Thrash Attack!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (26.10.2016)

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