VEIL OF DECEPTION - Tearing Up The Roots

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VÖ: 01.09.2016
Bandinfo: VEIL OF DECEPTION
Genre: Heavy Metal
Label: Sliptrick Records
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Lineup  |  Trackliste

VEIL OF DECEPTION haben sich 2013 in der Hauptstadt Österreichs gegründet und betreten mit vorliegendem Album das zweite Mal nach dem listigerweise  "Deception Unveiled" benannten Erstling unser Seziervestibül.

Metal der eher modernen Art spielen sie. Nicht Core oder ähnliches, einfach Metal. Stilprägend ist die äußerst eigenständige Stimme von Dan Gallar, der auch gut in die 80er-Heavy Metal Zeit gepasst hätte und derzeit mit seinem Ansatz beinahe alleine im zeitgenössischen Stahl ist. Das kann man mögen oder auch nicht.

"Tearing Up The Roots" hat ab und an eine leichte Thrash-Schlagseite, der Opener und "The Spell" seien hier genannt. Vor allem "Stench of Fear" überzeugt mit einer schön galoppierenden Gitarre und vorgenanntes "The Spell" ist wohl der Höhepunkt des zweiten Albums der Wiener. Zum Thrash kommt auch noch eine Verneigung vor progressiveren Tönen. Ich erspüre bei einigen Songs (konkret dem Schlußdoppel "Redemption Mode" und "Of Lunacy And Sands (Part 2)") eine leichte Annäherung an die goldenen Zeiten von DEATH ANGEL. Wir reden hier nicht von einer Nachahmung, aber die gut ausgewogene Mischung aus hartem aber melodischem Material und leicht vertrackten Parts, gemahnt ein kleines Bisschen an die ewig unterschätzen Kalifornier.

So weit, so gut, nöm? Nicht ganz. Die Songs sind an und für sich ganz ordentlich gestrickt, richtigen Hit kann ich auch beim vielten Mal (das heißt ab jetzt so!) [Anm. d. Lekt.: Ok.] keinen entdecken. "The Spell", wie schon erwähnt, geht gut ab, der Opener auch, aber dann gibt es viele gute Riffs, interessante Bass-, und Drumfiguren und eben die alleinstehende Stimme des Sängers. Aber irgendwie verliere ich mich immer ein wenig in den zehn Songs und es mag nicht wirklich viel hängen bleiben. Hier wäre manchmal weniger mehr gewesen. Es handelt sich hier natürlich nur um die Meinung eines kleinen Schreiberlings, aber ich bin mir sicher, dass dieses Album es schwer haben wird, beim nicht selbst musizierenden Publikum allzu tiefe Furchen in das limbische System zu fräsen. Anzumerken ist hier auch noch der äußerst klinische reine und zu dominante Drumsound, der bisweilen so weit im Vordergrund steht, dass er den Rest des Vortrags leicht in den Hintergrund verdrängt. 

Natürlich fallen wir hier nicht vor der derzeit so belieben und verachtenswerten Schwarz-Weiß-Malerei auf die Knie und sagen, dass es sich hierbei um ein reines Musikeralbum handelt und DIE ANDEREN (Kampfrhetorik) das nie verstehen werden. Mitnichten. Aber ich sehe mich nicht mit dem Auto Richtung Süden unterwegs, "Tearing Up The Roots" in der Anlage rotierend. Auch lasse ich das Totschlag-Argument vom Propheten, der im eigenen Land nichts gilt, gelten. Musik ist Musik, woher sie auch immer kommt. 

Ein leider durchschnittliches Album einer Band, die es meiner Meinung nach besser kann. Harren wir gespannt der nächsten Lebenszeichen.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (02.11.2016)

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