PRETTY MAIDS - Kingmaker

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VÖ: 04.11.2016
Bandinfo: PRETTY MAIDS
Genre: Melodic Metal
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Das bewährte Duo Ronnie Atkins und Ken Hammer setzt wieder auf die ureigene Erfolgsformel und zieht alle Register der PRETTY MAIDS´schen Kunst. Eröffnet wird das neue Album mit dem großen MelodicHardrock-Theater „When God Took A Day Off“, womit das Danish Dynamite die 14. Full Length-Studiorunde ("Louder Than Ever" von 2014 ausgeklammert) würdig eröffnet. Der Titeltrack rockt im Anschluß breit und auch das beschwingt-leichte „Face The World“ bettet sich äußerst geschmeidig ins Gedächtnis. Bis dahin ist die Melodic-Welt noch mehr als in Ordnung, der geneigte Fan großer Melodien und eindringlicher Refrains, kerniger Riffarbeit, treibender Rhythmen und cremiger Keyboards darf sich im Melodic-Wonderland wähnen und auch „Humanize Me“ punktet mit genannten Attributen und Wohlfühl-Rhythmus.

Doch ab diesem Zeitpunkt scheinen die Hitqualitäten des Vierers hörbar zu verblassen. „Bull's Eye“ rockt zwar amtlich, auch die Power-Balladenfraktion wird mit „Last Beauty On Earth“ entsprechend bedient, aber der Zauber hat – zumindest bei mir – ein wenig nachgelassen. „King Of The Right Here And Now“, „Civilized Monster“, das sägend-böse „Sickening“ oder das „schöne“ wie harmlose Heavens Little Devil“ werden den in der Vergangenheit gezeigten Hitqualitäten der Dänen schlichtweg nicht gerecht, der Gewöhnungseffekt schlägt durch. Die qualitative Kluft zwischen „A“- und „B“-Seite auf „Kingmaker“ ist schon recht tief. Wenn das Manko dann noch indirekt aus dem Promotext herausgelesen werden kann (bezogen auf den Vorgänger „Motherland“: „It's always difficult to follow a successful and inspired record, but “Kingmaker” shows Pretty Maids are still in the freshest and most vital phase of their career since the early 90’s.“) ist eh alles gesagt, der Rausschmeißer „Was That What You Wanted“ vermag auch wenig zu retten.

Zwar gelingt es den Dänen, dass sie trotz zuletzt oft gehörter Alben, einiger gesehener Liveshows (Livereport Telfs & BYH-Festival) und einer damit einhergehenden gewissen Übersättigung (samt des Kreisens in der selbstkreierten Trademark-Schleife) mit ihrem Sound und vor allem mit gelungenen Kompositionen der tollen „A-Side“ überzeugen können. Einzig das überraschte Prickeln, das sich mit dem fulminanten Comeback-Album „Pandemonium“ (2010) einstellte, lässt merkbar nach, daran ändert der aktuelle Dreher leider wenig. Und nur um die Verhältnisse abschließend gerade zu rücken: „Kingmaker“ steckt wahrscheinlich 90 % des Mitbewerbs mit Links in die Tasche, lediglich gemessen an eigenen PRETTY MAIDS´schen Maßstäben gefielen die Vorgänger in Summe doch besser. Konnten sich die Dänen mit dem letzten vollständigen Lonplayer „Motherland“ noch über die vier Punkte Marke hieven, so müssen der abflachenden B-Seite Punkteabzüge folgen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (01.11.2016)

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