THE CHRONICLES OF ISRAFEL - A Trillion Lights: Tome II

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VÖ: 15.10.2016
Bandinfo: THE CHRONICLES OF ISRAFEL
Genre: Progressive Metal
Label: BOH Records
Lineup  |  Trackliste

THE CHRONICLES OF ISRAFEL (nicht zu verwechseln mit den Schweden-Doomern ORDER OF ISRAFEL, populärer Mann, dieser Herr Israfel) ist ein Ein-Mann-Prog-Projekt aus Kanada. Mastermind Dominic Cifarelli spielte mal bei den Alternative-Metallern von PULSE ULTRA und war seit deren Dahinscheiden in diversen Projekten involviert – THE CHRONICLES OF ISRAFEL sind aber komplett sein Baby. „A Trillion Lights: Tome II” ist der Nachfolger vom bisher einzigen Studioalbum „Starborn: Tome I“ (das auch schon gefühlte Ewigkeiten her ist, 2007 war die Welt noch viel besser).

Und nachdem anscheinend den Kanadiern Prog Metal so in die Wiege gelegt wird wie den Schweden der Death Metal, fällt hier auch „A Trillion Lights“ nicht vom Qualitätsstandard ab. Wobei THE CHRONICLES OF ISRAFEL deutlich gemächlicher ans Werk gehen als diverse Landsleute. Der Fokus liegt hier mehr auf ausgefeilten Arrangements, schönen Melodien und eingängigen Refrains. Der Anfang von „A Trillion Lights“ gerät noch relativ metallisch, „Goddamned“, „I Remember" oder „Nightmare“ sind aber schon am oberen Ende der Härteskala.

Die Kanadier fühlen sich aber anscheinend in ruhigeren Gefilden wohler, vor allem in der zweiten Albumhälfte sind einige wunderschöne, gemächliche Songs zu finden. Allen voran der herrliche Düster-Rocker „Violet Empress (Last Love)“, das stark an die portugiesischen Melancholiker HEAVENWOOD erinnert, oder das mit herrlich traurigen Gitarren-Leads versehene „Hatred In My Heart“. Auch „Life I Know” geht mehr in Richtung Alternative, hat aber geile Rock-Riffs zu bieten, und „In Ruins“ punktet mit lässigem Refrain und Mid-Tempo-Depri-Metal, das wie der Opener „Colors Of The Energy Construct“ teilweise an INSOMNIUM erinnert. Und mit „Spirit Carousel“ und „Greet The Sun“ sind sogar zwei (!) Balladen auf dem Album vorhanden.

Als Schwachpunkt ist zu vermerken, dass sich „A Trillion Lights“ für ein Prog-Album ein bisschen zu sehr auf die sichere Seite legt, ausgefallene Parts kommen eher selten vor, und oft verlässt man sich auf allzu nahe liegende Harmonien (etwa bei „I Remember“ oder „In Ruins“). Insgesamt ist also der Überraschungseffekt zu gering ausgefallen.

Das ändert aber nichts daran, dass „A Trillion Lights: Tome II” ein gelungenes Album mit vielen Höhepunkten ist. Vor allem Freunde von eingängigem Prog Metal (hallo, THRESHOLD-Fans!) werden bei THE CHRONICLES OF ISRAFEL fündig werden.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (08.11.2016)

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