SIXX:A.M. - Prayers for the Blessed

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VÖ: 18.11.2016
Bandinfo: SIXX:A.M.
Genre: Rock
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

Der heavy und ausdrucksstarke Sound von SIXX: A.M. ist auch bei diesem recht bald nach dem letzten Album veröffentlichten Werk vorhanden. Nach dem Ende April erschienen Vol. 1 von „Prayers For The Damned“ erscheint gut ein halbes Jahr danach der zweite Streich – Volume 2. Und ich wage zu sagen, diese Scheibe ist besser als Nummer eins – zumindest für mich.

Die Band sagt selbst, dass "Prayers For The Damned, Vol.2" ihr am meisten gereiftes Werk ist, wo sie am besten als Band zusammen harmonieren und immer das Licht im Dunklen finden. Vol.2 knüpft praktisch am Vorgängerwerk an, ist aber doch anders und bringt eine Weiterentwicklung. Die Übergänge sind fast fließend zu sehen. "Rise Of The Melancholy Empire", der letzte Song von Vol 1, bereitet daher den Weg auf, für den heavy geratenen Opener des neuen Albums: "Barbarians".

Die Jungs geben Vollgas, die straighten, harten Riffs knallen rein, Schlagzeug und Bass zeigen Härte und pushen "Barbarians" ordentlich. Auflockerung gibt es über die Vocals und den Chorus sowie durch die Rhythmenwechsel, die einen immer aktiv im Song halten, sodass man nicht gelangweilt abgleiten kann.

„We Will Not Go Quietly“ haben sie nicht ganz so knackig eingespielt wie den Opener, er schleicht sich etwas weicher durch die Gehörgänge, hat ein wenig Programming dabei und rhythmisch ein paar punkige oder auch Rap-Sequenzen, sowie dann wieder ganz ruhige Parts, die das breite Spektrum des Songwritings der alten Haudegen zeigen. Die lässigen Gitarrensoli will ich aber auch nicht vorenthalten.

Nikki Sixx gibt ein gehöriges Bass-Lebenszeichen bei „Wolf At Your Door“ von sich. Die düster-knackige Härte, die er rauskommen lässt, fährt ordentlich ein und findet erneut in den runden Vocals und Backing-Vocals einen Gegenpart, der den Song abrundet und vervollkommnet.

Wenn die harten Basstöne und Drums dann mit einer soften Akustischen Gitarre und schönem Gesang kombiniert werden, schmilzt man bei „Maybe It’s Time“ förmlich dahin. Die Lyrics tun das ihre, um bei dieser Nummer nachdenklich zu werden und sich fallen zu lassen. Die Emotionen sind wunderschön aufbereitet, die leicht jammernde Solo-Gitarre unterstreicht die Stimmung und hinterlässt den Eindruck, dass dies sicher eine TOP-Nummer auf dem Album ist. Bei „The Devil’s Coming“ sind sie auch softer, aber auf eine andere Art. Hier ist ein hoher Anteil Kommerz dabei, das ist nicht sehr heavy, naja, die „Duell“-Passagen von Riffs und Schlagzeug schon, aber der Rest bzw. die Vocals klingen fast schon nach Electro und ein wenig Pop. Net schlecht, aber nicht unbedingt erwartet. Mit zunehmender Spielzeit wird das Stück aber dann doch noch härter und verlasst die allzu kommerzlastigen Gefilde.

Gitarren-Fingerakrobatik und daher eher das Gefühl, dass das jetzt ein Gitarrensolo ist und nicht ein Song bei „Catacombs“. Naja. Warum nicht mal ein Solo als kurzes Intermezzo – muss nicht immer den Live-Alben vorbehalten werden. Dann startet die Band aber wieder mit Vollgas in „That’s Gonna Leave a Scar“. Melodiöse knackige Härte bei Riffs und Bass und lange Instrumental-Strecken, die mit viel Backing-Vocals abwechseln sorgen wieder für des für SIXX: A.M. typische Gegenspiel.

Beim mega-bekannten „Without You“ (Original von Harry Nilsson, 1972) geben sie sich total verschmust und akustisch. Klar – wer kennt den Klassiker nicht? Mann kann diesen eigentlich nur auf diese Art bringen und nicht in einen heavy Rock-Song verwursten. Die Adaption, die die Band liefert, ist zwar an manchen Stellen etwas flotter als das Original, aber genau so emotionell angesiedelt.

Also irgendwie habe ich den Eindruck, dass sie es bei diesem Album mehr mit den Balladen haben oder zumindest mit den nachdenklichen Einstiegen. "Suffocate" erweckt zuerst den Anschein eine softe Ballade zu sein, bevor der Song mit ordentlich heftigen Riffs an Energie zulegt, um später wieder auf eine fast akustische und ruhige Ebene mit Keyboard-Klängen abzugleiten. Beim nächsten Stück "Riot In My Head" machen sie es sofort wieder: Softer, nachdenklicher, schön gesungener Start mit wenig Gitarre und dominierendem Schlagzeug - und dann Chorus und Umsprung in den knackigen "Riot". Die Verarbeitung der Lyrics in Melodie ist äußerst perfekt und mitreissend.

Bleibt also noch "Helicopters" für den Ausklang. Zarte Klänge und rauchig Gehauchtes, sowie akustische Gitarren und schön abrundende Chöre bilden dei Basis. Die "Goodbye" Ausrufe passen zum Ende des Albums, obwohl sie sich auf etwas anderes beziehen, wenn man den Lyrics genau lauscht, nämlich auf das Ende einer Zweisamkeit und nicht das Ende des Zuhörens des Albums. Die soften Gitarrenklänge, die voller Herzschmerz sind, lassen einen zu guter letzt ins Nirvana entschweben. Ein perfektes Ende also, das SIXX: A.M. hier abliefern.

Generell zu diesem zweiten Streich:
Das perfekte Gegenspiel von Bass und Gitarre sowie Vocals fällt auf, schleicht sich in die Gehörgänge und bleibt da. Die Jungs verstehen es, einen in ihren Bann zu ziehen und vom ersten bis zum letzten Song nicht los zu lassen. Das Album besticht durch seine Ausgefeiltheit und das vielfältige Songwriting, man bleibt nicht in der "Wir-haben-schon-immer-so-geklungen-Ecke" hängen, sondern spielt und ist verspielt und kreativ.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (14.11.2016)

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