TAX THE HEAT - Fed To The Lions

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VÖ: 08.04.2016
Bandinfo: TAX THE HEAT
Genre: Rock´n´Roll
Label: Nuclear Blast Records
Lineup  |  Trackliste

„Fed To The Lions“ ist das Debut-Album der Herren aus Bristol, klingt aber nicht danach.
Schon nach den ersten Minuten liegen Vergleiche mit Bands wie THE BLACK KEYS oder QUEENS OF THE STONE AGE auf der Hand - oder eher im Ohr.
Bluesiger und rifflastiger Rock mit einem leichten Drall in Richtung Stoner Rock wird dem Hörer da präsentiert. Wie immer beim ersten Album einer Band versucht mein Gehirn erst mal alle bekannten Schubladen, bevor die Band dann irgendwo eingeordnet wird: TAX THE HEAT machen es nicht leicht, von THE DEAD DAISIES über DANKO JONES fällt mir vieles ein.

Wer aus Wien kommt, kennt das B72 zumindest vom Hörensagen und TAX THE HEAT könnte man dort hören, in einer Samstagnacht, im Gedränge auf der kuschelig-kleinen Bühne oder davor, nach ungefähr zwei bis drei Bier über den Durst, wenn der Abend gerade erst so richtig anfängt. Ungefähr so ein Gefühl lösen sie aus, wage Erinnerungen an die durchtanzten Nächte mit circa 16 in fragwürdigen Lokalen nach dem Konsum von noch fragwürdigeren Getränken kommen hoch.

Nach „Highway Home“ und „Animals“ haben TAX THE HEAT mein in nostalgischen Gedanken schwelgendes Herz für sich gewonnen, sie klingen wie die musikalische Untermalung für Ereignisse, die damals von BLINK-182 begleitet wurden.
(Nein, TAX THE HEAT klingen nicht wie BLINK-182, aber die Stimmung, …die Stimmung!)

„Under Watchful Eye“ weckt Assoziationen zu „Little Sister“ von QUEENS OF THE STONE AGE, es ist ein ähnlich eingängiger und einzigartiger Song, den Sound von TAX THE HEAT vergisst man so schnell nicht mehr, nicht zuletzt, weil Alex Veale eine Stimme hat, die man durchaus als markant bezeichnen kann.

Klassische Rockelemente verbinden sich elegant mit einem unverkennbaren Blues-Einschlag, das klingt jetzt altbacken, ist es aber nicht - TAX THE HEAT haben Power, ähnlich wie die FOO FIGHTERS oder ARCTIC MONKEYS.

Bei „Fed To The Lions“ kommt wieder voll die THE BLACK KEYS Assoziation durch, wohl weil mich der Gesang von Veale extrem an Dan Auerbach erinnert.

„Hit Me Hard“ hat Lieblingssong-Potential von Anfang bis Ende, schon beim ersten Anhören: vom wundervollen Gesang bis zum harmonischen musikalischen Konstrukt dazu ein geniales Stück.

TAX THE HEAT kommen aus Bristol, vielleicht liegt es am Dialekt oder einfach an Veale himself, jedenfalls ist es eine angenehme Abwechslung zu so manch andrer gesanglichen Leistung, wenn jemand sich verständlich artikulieren kann in egal welcher Stimmlage.

Von „Stood On The Platform To Leave“ über „Some Sympathy“ und „Devils Daughter“ bis zu „Learn To Drown (You’re Wrong)“ zeigen TAX THE HEAT, dass auch im Jahre 2016 der verdammte Rock’n’Roll noch lang nicht ausgestorben ist. Sie schlagen die Brücke zwischen Oldschool Einflüssen und moderner Interpretation, wirken somit nicht, als wären sie schon mal da gewesen und machen richtig gute Laune von Anfang bis Ende.

„Caroline“ ist das wohl ruhigste Stück auf dem Album, bei anderen Bands wäre es eine Ballade. Von TAX THE HEAT kriegt man keinen Zuckerschock, selbst wenn es darum geht, Caroline davon zu überzeugen, dass sie doch bitte, bitte wieder heimkommen soll: sie bleiben rockig.

Mit „Your Fool“ und „Lost Our Way“ läuft das Album aus und hinterlässt einen Hoffnungsschimmer für den Rock’n’Roll.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lee (13.11.2016)

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