LEPROUS - Live At Rockefeller Music Hall

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VÖ: 25.11.2016
Bandinfo: LEPROUS
Genre: Progressive Metal
Label: Inside Out Music
Lineup  |  Trackliste

LEPROUS haben 2015 mit „The Congregation” ihr bestes Album und eines der besten Alben überhaupt in diesem Jahr veröffentlicht. Nach so einem Höhepunkt – und auch um 15 Jahre Bandjubiläum zu feiern - bietet es sich an, mit Live-Album und -DVD Bilanz zu ziehen. In den Worten von Fronter Einar Solberg soll „Live At Rockefeller Music Hall“ eine Bestandsaufnahme sein und zeigen, wie weit  sich LEPROUS seit ihren Anfängen, vor allem als Liveband, weiterentwickelt haben. Und da lassen sich LEPROUS nicht lumpen – veröffentlicht wird das Ganze als DVD, CD, LP und in ungefähr siebzehn anderen Formaten. Der Fan hat also die Qual der Wahl.

Aufgenommen wurde ein Konzert in der Rockefeller Music Hall in Oslo – Heimspiel für die Norweger also. Und natürlich bilden Tracks vom letzten Album das Fundament, von „The Congregation“ sind acht Tracks vorhanden, vom (ebenfalls tollen) Vorgänger „Coal“ vier Tracks und von „Bilateral“ immerhin noch zwei Songs. Nur vom Erstling „Tall Poppy Syndrome“ wird nichts gespielt – etwas schade, gerade wenn die Show als Jubiläumsshow gesehen wird. Dafür wurden einige Gäste eingeladen – IHSAHN liegt natürlich nahe, da die LEPROUS-Jungs jahrelang seine Begleitband waren, außerdem unterstützen der ehemalige Drummer Tobias Ørnes Andersen (bei „Slave“ – zwei Drummer sind ja bekanntlich besser als einer) und Geiger Håkon Aase die Band.

Der Anfang hat es schon in sich – „The Flood“ und das düstere „Foe“ läuten das Album standesgemäß ein, bevor ein Dreierpack an Höhepunkten daherkommt: „Third Law“ verbindet (wie später „Down“) perfekt einen unwiderstehlichen progressiven Groove mit Gänsehaut-Momenten, das eindringliche „Rewind“ und das melancholische „The Cloak“ sind Übersongs, die schon auf Platte hervorragend sind, aber live noch mal an Tiefe gewinnen - vor allem auf der DVD mit optischer Unterstützung von schwarz-weißer Optik und den immer wieder eingestreuten Visuals.

Dann kommt mit „Acquired Taste“ ein Track von „Bilateral“, der etwas poppiger daherkommt (aber vielleicht ist das nur der Eindruck der stark an „Unbreak My Heart“ erinnernden Harmonien…), bevor „Red“ (mit herrlichem Endlos-Prog-Riff) und das hymnische „Slave“ die erste CD würdig abschließen.

Die damalige Single-Auskopplung „The Price“ eröffnet dann den zweiten Teil, bevor LEPROUS bei „Moon“ und „Down“ alle Register ihres Könnens ziehen, von aberwitzigen Grooveriffs hin zu unglaublich berührenden Refrains. Zum Schluss hin wird es noch mal etwas heftiger, „Forced Entry“ und „Contaminate Me“ bilden härtetechnisch den Höhepunkt des Konzerts.

Insgesamt ist „Live At Rockefeller Music Hall” ein hervorragendes Livealbum geworden. Fans sei die DVD ans Herz gelegt, da sich LEPROUS hier mehr gedacht haben als bloß ein paar Kameras hinzustellen und mitzufilmen. Zwar sind ab und zu mal kleine Missgeschicke zu hören, und auch bei den Vocals wird der eine oder andere Ton nicht getroffen – das fällt aber im Vergleich nicht ins Gewicht, da dafür durch einige Variationen und viel Einsatz alle Songs im Vergleich zur Platte noch an Eindringlichkeit gewinnen. „Live…“ ist so ein faszinierendes Zeitdokument geworden, das eine Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens zeigt.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Luka (24.11.2016)

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