AC/DC - Hell Ain't A Bad Place To Be (In Memory Of Bon Scott)

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VÖ: 08.07.2016
Bandinfo: AC/DC
Genre: Hard Rock
Label: Cannonball
Lineup  |  Trackliste

Brachte Cannonball vor kurzem u.a. Radiomitschnitte von QUIET RIOT auf den Markt, so huldigt man auch einer der größten Rockbands der Welt und noch viel mehr einer der unverkennbarsten Stimmen im Rockzirkus, Bon Scott. Den Die Hard-Fans als Bootlegs natürlich längst bekannt, kommen die vier AC/DC-Shows aus den Jahren 1977-1979 nun als Paket auf den Markt. Wo heutzutage bei Livekonzerten von Angus & Co. nur mehr kleine Figürchen in der Ferne erkennbar sind oder die gerade von den Kameras eingefangene Szenerie auf den riesigen Videowalls erkennbar ist, waren die Australier in jenen glorreichen Tagen, die wirklich nur Uralt-Rocker in den ausklingenden Siebzigern leibhaftig miterlebt haben, heißer Clubstoff. In Zeiten, in denen noch kein GUNS N´ ROSES-Sänger als Front- bzw. Ersatzmann für den „ewigen Nachfolger“ Brian Johnson fungieren musste, waren die Gebrder Young & Co. noch zum Greifen nah, versprühten sprichwörtlich Elektrizität und wurden vom legendären Bon Scott angeführt, der den Rock n´ Roll-Livestyle bis zum Exzess lebte, aber nicht überlebte. Und aus jenen Tagen der späten Siebziger, als der rockige Fünfer die Karriereleiter sukzessive emporstieg, stammen die Aufnahmen dieser Multiveröffentlichung.

Vier Liveshows aus den Staaten (Cleveland, San Francisco, Boston und Towson/Maryland) wurden seinerzeit mitgeschnitten und via Radio gesendet. Die Setlisten überschneiden sich aufgrund der Zeitnähe naturgemäß zum Teil (vor allem bei den Standards) und rekrutieren sich aus dem Gesamtrepertoire des Scott´schen Schaffens, das längstens bei CD Nr. 4 (im Zuge von „Highway To Hell“ - 1979) vollständig erschienen war, bevor „Back In Black“ von 1980 den Einstieg des „ewig Neuen“ Brian Johnson markierte. Die ganze Palette von Rhythmusstampfern und Edelrockern von den ersten Platten „High Voltage“, „T.N.T.“ (1975), „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ (1976), „Let There Be Rock“ (1977), „Powerage“ (1978) und „Highway to Hell“ (1979) ist dabei vertreten. Heutige Klassiker und Standards „Whole Lotta Rosie“, „Let There Be Rock“, „Hell Ain't A Bad Place To Be“, „Sin City“, „Highway To Hell“, „High Voltage“ oder „The Jack“ waren damals noch der just erschienene heiße Scheiß, doch schon damals war die große Klasse der Australier unüberhörbar, welche die Band auch mehr als 35 Jahre später noch immer lässige Alben wie „Rock Or Bust“ schreiben und ihr auch bei Livekonzerten den Zuspruch von mehreren zehntausend Fans angedeihen lässt.

Interessanterweise spielten die heute großen AC/DC-Nummern wie „Jailbreak“, „T.N.T.“, „It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll)“, „Rock 'n' Roll Damnation“, „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ oder von mir aus auch „Touch Too Much“ in den damaligen Livesets keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle, wie das Fehlen der Titel auch auf diesen Konzertmitschnitten verdeutlicht. Roh und unverfälscht, aber sehr gut tönt das Soundbild und die Energie der verschwitzten Show fühlt sich irgendwie zum Greifen nah und authentisch an. Ronald Belford Scott verstarb am 19. Februar 1980 33jährig und somit enstand Aufnahme Nr. 4 fast genau vier Monate vor dem tragischen Ableben des Sängers mit dem markanten Organ. Fans der Australier, die diese Shows nicht schon in Form der bisherigen Boots in ihren Regalen stehen haben, sollten hier zugreifen, alle anderen Rockfans, die sich einen authentischen ohralen Eindruck der Hardrock-Live-Szenerie jener Tage vor fast vier Dekaden gönnen wollen, liegen mit diesem Vierergeschoß genau richtig, der zur gleichen Zeit mitgeschnittene, offizielle Livedreher „If You Want Blood You've Got It“ (1978) ist selbstredend ohnehin Pflichtprogramm!



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (19.11.2016)

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