A SENSE OF GRAVITY - Atrament

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VÖ: 18.11.2016
Bandinfo: A SENSE OF GRAVITY
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Aus der Rubrik „Sachen, die man nicht wissen muss, aber wenn man sie weiß, ist man für andere ein Klugscheißer”: „Atrament” ist die Bezeichnung für ein sehr dunkles Schwarz (Hand hoch, wer das gewusst hat) – und gleichzeitig auch der Albumtitel des zweiten Albums von A SENSE OF GRAVITY. Erstaunlich, wie bildend Metal doch sein kann.

Schwärzer als schwarz ist die Musik auf „Atrament“ jedenfalls nicht, eher ein Prog-/Death-/Core-Mischling aus der Ecke der Landsleute von BETWEEN THE BURIED AND ME. Die Jungs aus Seattle (der Heimatstadt von Grunge – wobei, die Musik von A SENSE OF GRAVITY ist davon weiter entfernt als ein gewisser amerikanischer Präsident von einer guten Frisur) sind so wie die großen Vorbilder tolle Musiker und schaffen es, ganze drei Gitarren mit vielen symphonischen Parts zu vermischen.

Das klingt dann in den besten Momenten wie eine Mischung aus BETWEEN THE BURIED AND ME, dem Nerd-Progmetal von SPASTIC INK und den orchestralen Ausschweifungen von DEVIN TOWNSEND. So etwa bei „Reclusive Peace“, „Artificially Ever After“ oder „Manic Void“. In anderen Tracks geht es wieder eher gemächlich zu, bei „The Divide“ endet ein ruhiger HAKEN-80er-Jahre-Progrock-inspirierter Teil in einem lässigen schleppenden MESHUGGAH-Groove, während das balladeske „Shadowed Lines“ mit interessanten Melodien und schönen Piano-Parts an die ruhigen Alternative-Prog-Momente von SIKTH erinnert.

Außerdem großartig: die Vocals von C.J. Jenkins, der anscheinend alle möglichen Ausdrucksweisen der menschlichen Stimme beherrscht, von Gesang über Growls bis hin zum eierkneifenden Power-Metal-Schrei („Guise Of Complacency“).

Andererseits hat man gerade bei den meisten ruhigeren Songs („Promised None“, „I, Recreant“) oft das Gefühl, dass die Musik etwas dahinplätschert, da sind keine großen Riffs, Hooks oder Refrains, die die Tracks spannend oder unvergesslich machen. Das artet dann in gepflegter Langeweile auf höchstem instrumentalem Niveau aus. Und einige Tracks sind dann auch eher Prog-Core-Standardware („Echo Chasers“, „Guise Of Complacency“).

So ist „Atrament“ nicht der ganz große Wurf geworden, das Album hat ein paar schöne Momente, dafür aber auch einige Längen (wozu auch die Überlänge von fast 70 Minuten beiträgt).



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (18.11.2016)

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