Matt Boroff - Grande Delusion

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VÖ: 30.09.2016
Bandinfo: MATT BOROFF
Genre: Rock
Label: Panta R&E
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

„Grande Delusion“, so schimpft sich das dritte Solo-Album des in New Jersey geborenen Wahlösterreichers. Und Matt Boroff bekommt auf „Grande Delusion“ schlagkräftige Unterstützung von Produzent Alain Johannes (QOTSA, EoDM, THEM CROOCKED VULTURES), Schlagzeuger Jack Irons (RED HOT CHILI PEPPERS, PEARL JAM) und Mark Lanegan (SCREEMING TREES).

Früher war Boroff mit seiner Band PLANET DREAD im Desert Rock zuhause und eröffnete Konzerte für KYUSS und NIRVANA. Nun spielen groovige Beats, schreiende Western- und E-Gitarren, flimmernde Orgeln und Boroffs markante, rauchige Stimme eine sehr viel größere Rolle.

Mit dem sehr gefühlvollen, langsam nach vorne schwingenden Titeltrack „Grand Delusion“ und seinen flirrenden Gitarrenwänden fällt der Albumauftakt mehr als gefühlvoll aus. Super radiotauglicher Auftakt. Abwechslungsreich geht es gleich weiter. Das flottere, rockige „Pipe Dream“ zeigt den Protagonisten Boroff von einer etwas anderen Seite. Zwar zündet der Opener besser, ist aussagekräftiger, doch auch die etwas losgelöstere Seite steht Herrn Boroff gut zu Gesicht.

Das Matt Boroff in einem gewissen Grad vom florierenden Grunge der frühen 90er beeinflusst wurde, beweist nicht nur die Info, dass Matt damals mit seiner Band PLANET DREAD Konzerte für die Grunge-Ikone NIRVANA eröffnete, sondern auch auf vorliegendem Track: Gerade im Refrain von „What A Shame“ klingt Matt Boroff sogar wie die abgefuckte Kurt Cobain-Kopie. Eine sehr gelungene Grunge Nummer.

Es wird wieder gefühlvoller. Ja, balladesk. Jedenfalls legt sich das ruhig gehaltene „Behind Your Mask“ sehr nachdenklich, melancholisch schwer wie schön, auf die Lauschlappen, und kann sich mittels seiner instrumental gehaltenen Gefühlswelt neben den Opener zu den ziehenden Tracks der Platte mausern. Traurig schön!

Nach dem nach vorne stampfenden „Hang On“ wird es wässerig. Instrumentals sind immer so ne Sache. Es gibt solche und solche, aber die Gewichtung liegt so bei 95% zu 5%. 5% davon sind gelungene Instrumentals. Instrumentals, die das Gesamtbild einer Platte fördern und es weiter vorantreiben. Die anderen 95% sind mehr oder weniger fragliche Lückenfüller. „Modern Plagues“ ist ein Fehlgriff und reiht sich in der riesigen Spalte der 95er ein. Doch über Fehlgriffe kann man hinwegsehen, wenn die anderen Sachen passen. So auch hier! Nach den überflüssigen „Modern Plagues“ geht es mit „Dissolve“ stark gefühlsbetont Richtung Albumende.

„Grande Delusion“ ist nichts weniger als eine sehr starke Platte. Super produziert. Gefühlvoll und abwechslungsreich. Mal fetzig, mal rockig, mal nachdenklich melancholisch, doch rundum überzeugend.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Grand Delusion“.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (28.11.2016)

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