BABYMETAL - Live at Wembley

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VÖ: 09.12.2016
Bandinfo: BABYMETAL
Genre: Metal
Label: earMusic
Lineup  |  Trackliste

Es war länger still um den Export aus Japan und viele glaubten schon, dass sie endlich was Anderes machen…doch dann kamen sie zurück...und wie! Jawohl, BABYMETAL is back!

Ich sehe jetzt bereits wieder die Diskussionen aufflammen, ob es denn Metal sei oder nicht, wie man das überhaupt bezeichnen soll, ob die keine Schule haben und ob die alleine schon so lange wegbleiben dürfen. Man muss oder kann sich aber bei einem Punkt einig sein: Diejenigen die sie lieben, lieben sie. Und die anderen sollten keine Minute damit vergeuden, das Review zu lesen oder sich BABYMETAL anzuhören. Ich habe auch überlegt, 2 Reviews zu schreiben, damit jede Seite glücklich ist. Nur habe ich das Gefühl, dass man das bei BABYMETAL nicht schafft. Egal was man schreibt. Und nein – ich bin kein Fan!

Aber auf welcher Seite man auch stehen mag, objektiv betrachtet muss man sagen, dass die drei jungen Damen mittlerweile eine ansatzweise ernstzunehmende Stellung in der Musikwelt eingenommen haben. Ich höre jetzt schon das Messerwetzen aus dem Untergrund, ich spreche hier aber mal vorerst nur von Zahlen und Statistiken. Am 2. April füllte BABYMETAL im Rahmen der „BABYMETAL WORLD TOUR 2016 kick off at THE SSE ARENA, WEMBLEY“ selbige mit 12.000 (!) Menschen, wo sie nebenbei als Special Guests bei der UK-Tour der RED HOT CHILLI PEPPERS auf die Bühne dürfen. Und sapperlot, die Mädels brachen auch gleich mal so nebenbei den Verkaufsrekord vor Ort, indem sie mehr Merch verkauften, als manch andere Band.

Das zweite Album „Metal Resistance“ hüpfte in den UK-Album Charts auf Platz 15, wohlgemerkt der höchste Platz eines Japan-Exportes in England. Die Zahlen stimmen, ich konnte es auch nicht glauben.

Schön und gut, nur, was haben die Damen nun am Konzert so geboten:

Gestartet sind sie mit „Babymetal Death“ (nicht lachen), knapp 7 Minuten großteils nur musikalisches Intro der Band mit den weißen Nachthemden und der etwas missglückten Black Metal-Schminke. Eine Stimme sprach immer von Spirit of Metal und über diesen Fox God (was es auch immer damit auf sich haben mag).

Als nächstes drehten sie „Awadama Fever“ runter, gefolgt von „Java“, das wie japanische Volksmusik klingt. „GJ“ ist eine etwas härter angelegte Nummer, zumindest was das Instrumentale angeht. Und man kann hoffen wie man will, es kommt leider kein Einstieg von Till Lindemann.

„Doki Doki Morning“ brachte auch leider nicht den gewünschten Aha-Effekt, war aber ganz ok zum Anhören. „Meta Taro“ war etwas erfrischender, wenn man hier noch einen Dudelsack einbaut, kann man daraus einen Scottish Metal Song machen. Bei „Amore“ dachte ich mir, mal eine Nummer die etwas langsamer ist und etwas kuscheliger. Aber auch hier setzte nach einer Minute der Stressfaktor ein, als zu 170 BPM der Song vorangepeitscht wurde. Mittlerweile empfand ich Mitgefühl für den Drummer.

Nach „Megitsune“ legten sie „Karate“ nach. Der erste Song, bei dem man mal die Chance hat, den Kopf im Rhythmus mitzubewegen, wenn man das möchte. Ein Lied das ich mal als ganz brauchbar empfand. „Ijime, Dame, Zettai“ legte die Rutsche zu dem Klassiker „Gimme Chocolate!!“ - das war die erste Nummer, die ich von denen gehört habe. Aber auch mit gefühlter doppelter Geschwindigkeit. Also eine Nummer für alle, die noch dringend wohin müssen. Und den Songtitel von Japanerinnen gesungen, lässt im ersten Moment mal an ganz was Anderes denken als Musik. [Anm. d. Lekt.: Du Ferkel!] „The One“ bildet den gelungenen Anpfiff für den Abschluss.

Mit „Road of Resistance“ verabschiedeten sie sich 10 Minuten lang von ihren 12.000 Fox God Anhängern, die lautstark am Feiern waren.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es nichts Neues war, abgesehen von einer nicht schlechten Bühnenshow, einer guten Band mit viel Ausdauer und vielen niedlichen Tanzeinlagen. Aber leider wie von BABYMETAL gewöhnt ein durchzogener Metallus interruptus. Coole Intros, dann fangen sie zu singen an. Bzw. eine singt, die anderen üben sich in Sprechgesang und die Songs verfallen wieder schnell in die Pokémon- und Nintendoschiene.

Aber wie bereits eingangs erwähnt – Anhänger verehren sie, Hater hassen sie! Und ich für meinen Teil bleibe bei meinem Death Metal….und gönne mir jetzt ein klein wenig Regeneration mit selbigem!

 

 

 

 

 

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Alex S. (08.12.2016)

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