KEE MARCELLO - Scaling up

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VÖ: 14.10.2016
Bandinfo: KEE MARCELLO
Genre: Melodic Hardrock
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Nach dem großen internationalen Durchbruch mit "The Final Countdown" verließ Gitarrist John Norum 1986 EUROPE und wurde durch Kee Marcello ersetzt. Marcello wird nun deshalb als "Multiplatinum Rock Star" vermarktet, auch wenn er selbst gar nicht am größten kommerziellen Erfolg der Band beteiligt war. "Out Of This World" und "Prisoners in Paradise" erreichten zwar in Schweden Platin (ersteres auch in den USA), aber der Stern von EUROPE begann merklich zu sinken, auch wenn es die Qualität der Songs nicht tat. Als Co-Songwriter war Marcello an einigen der Songs beteiligt, diese waren aber nach wie vor primär von Hauptsongwriter Joey Tempest geprägt.

"Scaling Up" ist nun schon Marcellos viertes Soloalbum (wenn man KEE MARCELLO'S K2 nicht als Soloprojekt rechnet) auf dem er sich als sehr guter Gitarrist, guter Songwriter und ganz passabler Sänger präsentiert. Auch die Produktion übernahm Marcello selbst.

Das Album beginnt sehr vielversprechend mit "Black Hole Star", einer sehr klassischen Hardrocknummer, der man lediglich an der Produktion anmerkt, dass sie nicht aus den 80ern stammt. Insgesamt sind die Songs ziemlich oldschool. "On the Radio" und "Wild Child" sind weitere 80er Jahre Throwbacks und auch die langsameren Songs "Don't Miss You Much" und "Fix Me" wecken Erinnerungen an die Ära der Powerballaden. " Finger on the Trigger" mag zwar oberflächlich nach einem romantischen Schieber klingen, ist aber (wie der Titel schon vermuten lässt) der melancholischste Track auf dem Album, auf den dann mit "Soldier Down" ein Song folgt der wieder voll aufdreht. In "Soldier Down" ergeht sich Marcello in ausgedehnten Soli und auch in anderen Songs, wie "Black Hole Star" und "Fringer on the Trigger", setzt er sein Talent als Gitarrist gekonnt in Szene.

In der zweiten Hälfte beginnt das Album langsam zu schwächeln. "Scandinavia" und "Good Men Gone Bad", haben zwar noch ihre Momente, aber der Titelsong "Scaling Up" ist kein Highlight. Das Album beginnt sich langsam zu ziehen und so richtig zäh wird es ab der schmalzigen Ballade "Don't Know How To Love You No More", deren Spieldauer von 6:34 den langatmigen Gesamteindruck verstärkt. Darauf als finalen Song das längste Lied, das knapp über 7-minütige "Blow By Blow" folgen zu lassen, war keine gute Entscheidung (an anderer Stelle wäre es wohl besser zur Geltung gekommen). Der Song endet zwar wortwörtlich mit einem Knall, das Album im übertragenen Sinne tut es aber leider nicht.

"Besides the obvious resemblances to EUROPE’s classic sound (...)" Wenn man nicht wüsste, dass Kee Marcello bei EUROPE war, würde sich der Vergleich nicht unbedingt aufdrängen. Der wohl größte Unterschied liegt im Gesang. Marcellos Stimme erinnert ein wenig an Dave Meniketti von Y&T und die Musik erinnert ebenfalls immer wieder an klassische Hardrock Bands wie Y&T, NIGHT RANGER, BON JOVI, AEROSMITH und Hagar-Ära VAN HALEN.

Freunde dieser Art von Musik werden auch an diesem Album ihre Freude haben, das insgesamt zwar überdurchschnittlich ist, gegen Ende aber leider an Biss verliert.

Das Album ist als Download und als CD erhältlich. Das Cover hätte sich sicher auch im 12" Format gut gemacht, nur das Anarchie A im Kreis und das Pentagramm im O im Namenszug lassen einen doch etwas den Kopf schütteln, da beides bei dieser Art von Musik völlig deplatziert wirkt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (27.11.2016)

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