Soulburn - Earthless Pagan Spirit

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VÖ: 18.11.2016
Bandinfo: Soulburn
Genre: Black / Death Metal
Label: Century Media Records
Lineup  |  Trackliste

ASPHYX-Ableger war gestern!

Darker Than Ever! So lautet jedenfalls die Botschaft auf den Promosheet und da ist wahrlich was dran. Waren SOULBURN einst nach den gefeierten Über-Debütalbum „Feeding On Angels“ als ASPHYX-Ableger verschrien, was nicht besonders verwunderlich war, denn hinter dem Death/Doom Debüt stand das Gesamte Line-Up, welches zwei Jahre später die ASPHYX-Langrille „On The Wings Of Inferno“ einspielte. Die Masterminds Daniels und Bagchus wollten ursprünglich ihre Liebe zu BATHORY, VENOM und CELTIC FROST mehr Priorität einräumen, doch das gefeierte Debüt von SOULBURN klang noch erdrückend schwer nach ASPHYX. Von diesen mittlerweile unliebsamen Wurzeln will man sich in den nächsten achtzehn Jahren lösen. 2014 erblickte mit neuen Sänger an Bord „The Suffocating Darkness“ das Licht der Welt. Im Jahr darauf hämmerte man eine Split mit niemand geringeren als den Black/Thrashern von DESASTER ein, um nun den letzten Schritt vollends zu gehen. „Earthless Pagan Spirit“ ist das dritte Album der holländischen Black/Death-Doomer und alte ASPHYX-Zeiten sind längst überstanden. „Earthless Pagan Spirit“ ist SOULBURN pur!

Im Gegensatz zu „Feeding On Angels“, bei dem man noch auf ein Intro als Start in die Langrillenreise, setzte, will man hier nun wirklich keine Zeit verschwenden und hämmert auf Teufel komm raus, wie auch ASPHYX auf ihrer aktuellen Langrille „Incoming Death“, sofort drauf los und sucht das Heil im sofortigen in Schutt und Asche legen. Und im Hause SOULBURN hat sich in den letzten achtzehn Jahren einiges verändert. Mit Twan van Geel hat man sich einen neuen Sänger ins Boot geholt, dem, im Gegensatz zu Wannes Gubbels, die Black Metal lastigere Ausrichtung richtig gut tut. „Where Splendid Corpses Are Towards The Sun“ klingt brutal, ist unmenschlich schnell, ist ein Statement a la „Scheiß, auf ASPHYX!“.

Etwas gedrosselter, doch genauso zerstörerisch wie der Opener, geht es mit „The Blood Ascendant“ gleich weiter. Die Schnelligkeit ist der groovenden Ausrichtung gewichen, was schon sehr früh Abwechslung in die Langrille bringt. Doch die anfängliche Ruhe ist sprichwörtlich nur die Ruhe vor dem Sturm. Man spielt an den Geschwindigkeitsschrauben wie an Wutausbrüchen und platzt dann zügig wieder aus sich heraus. Auch der zweite Zapfenstreich der Platte kann überzeugen.

Mit den anfänglichen hohen Riffs bei „Howling At The Heart Of Death“ hält dann auch der Doom Einzug, bevor sich „As Cold As Heavens Slain“ dann wieder als gnadenloses Auf-Die-Fresse-Brett präsentiert. Die Geschwindigkeitsschrauben angespannt wie tausend Pferde, knallt „As Cold As Heavens Slain“ nur so über einen Hinweg.

„Withering Nights“ überrascht mit immer mal wieder eingestreuten weiblichen Vocallinien, die wohl weiterhin für Abwechslung sorgen, und SOULBURN von einer weiteren Seite präsentieren sollen. Doch passen die weiblichen Vocals nicht so perfekt ins Soundbild und schaden der stampfenden Nummer sogar eher. Hier hat man ein bisschen zuviel experimentiert. Im direkten Vergleich mit den anderen Nummern verblasst der Song doch zu sehr. Die Talfahrt geht mit „The Torch“ gleich etwas weiter. Auch die Nummer kann nicht auf Anhieb zünden, gar sind manche Songlinien einfach zu lang ausgefallen, so dass der Metalhead die Aufmerksamkeit nur bedingt halten kann.

„Spirited Asunder“ ist eine langsam ins Rollen geratene Walze, die nicht nur zuletzt durch ihr hohen Gitarren-Soli und den Clean-Vocal-Passagen überzeugen kann. Gelungener Black/Doom-Zwilling. Das minimale, von einer Stimme vorgetragene „Diary Of A Reaper“ kann man sich als vertontes Ritual vorstellen, doch ist mehr als überflüssig. Als Intro hätte die Nummer noch Sinn gemacht, aber als Rausschmeißer ist die Nummer der letzte Müll!

Darker Than Ever! Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. SOULBURN ist hier ein heißes Eisen gelungen, das zwar gerade im zweiten Teil mit einigen Schwächen zu kämpfen hat, doch überzeugen kann. APSHYX war gestern. Willkommen SOULBURN!

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Where Splendid Corpses Are Towards The Sun“.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (01.12.2016)

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