MARIANAS REST - Horror Vacui

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VÖ: 21.10.2016
Bandinfo: MARIANAS REST
Genre: Dark Metal
Label: Sliptrick Records
Lineup  |  Trackliste

Abseits vom ganzen „Was für Genre? Wir lassen uns nicht in eine Schublade stecken”-Platitüdenbullshit gibt es anscheinend doch noch Bands, die ihre Musikrichtung gut selbst beschreiben können. Perfektes Beispiel dafür: die Finnen von MARIANAS REST, die ihre Musik als „Melancholic Death Metal“ beschreiben.

Das trifft den Nagel auf den Kopf - und Songtitel wie „For The Heartless“, „Hurts Like Hell“ oder „A Lonely Place To Die“ zeigen schon, dass sich die Songs auf „Horror Vacui“ kaum als Gute-Laune-Musik beim nächsten Zeltfest verwenden lassen können.

MARIANAS REST fühlen sich eher für die düstere, traurige Seite des Menschseins zuständig – so wie andere finnische Bands wie INSOMNIUM oder SENTENCED, die ja auch nicht gerade als Spaßmacher bekannt sind.

Abgesehen von der immer vorhandenen düsteren Grundstimmung, pendeln die Jungs auf den acht relativ lang angelegten Songs auf „Horror Vacui“ irgendwo zwischen dem Düsterdoom von MY DYING BRIDE, dem Gitarrenlead-getriebenen Post-Metal von GHOST BRIGADE, keyboardlastigem Goth-Death der neueren DARK TRANQUILLITY-Schiene und der melodischen Tiefentraurigkeit von INSOMNIUM.

Und das Alles bei einem passend äußerst niedrigen Tempo: Langsam, zäh und traurig fließen die Songs dahin wie Rentnerpipi (im positiven Sinn). Vor Allem bei „Chokehold“, „For The Heartless“ und „Vestigial“ ergibt sich aus der Kombination von epischen Gitarrenleads und verzweifelten Vocals der Eindruck von vertontem Weltschmerz. Aber auch einige andere Songs haben es in sich: mit „The Millenialist“ gelingt den Finnen eine gelungene Verbeugung vor INSOMNIUM, das ebenso gelungene „Nadir“ geht dann wieder mehr in Richtung schwarzmetallische Post-Metal-Melodien. „Place Of Nothing“ hätte genauso gut auf eine der letzteren DARK TRANQUILLITY-Scheiben gepasst.

Auch bei den Lyrics gelingt MARIANAS REST der eine oder andere griffige Part, bestens geeignet zum Weltschmerz-Herausschreien beim Mitsingen.

Vieles positiv also auf „Horror Vacui“, allerdings bleiben Songs wie „A Lonely Place To Die“ oder „Hurts Like Hell“ eher Füllmaterial, die Vocals kommen zeitweise etwas zu angestrengt daher, und bei den langsameren Tracks hat man ein bisschen den  Eindruck, als ob das dem Schlagzeuger etwas zu langsam gehen würde.

Insgesamt bleibt von „Horror Vacui“ ein positiver Eindruck über – also diesmal kein Grund zur Traurigkeit für die Finnen. Den müssen sich MARIANAS REST woanders holen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (10.12.2016)

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