ENUFF Z'NUFF - Clowns Lounge

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VÖ: 02.12.2016
Bandinfo: ENUFF Z'NUFF
Genre: Rock
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Neues – oder auch nicht – präsentieren ENUFF Z'NUFF auf ihrem neuesten Album "Clowns Lounge".
Es handelt sich hierbei vor allem um "a collection of rarities and early demos that have been reworked and re-recorded by the band". Diese Songs wurden alle Ende der '80er Jahre geschrieben. Des Weiteren enthält das Album einen brandneuen Song und einen aus den frühen 2000ern.

ENUFF Z'NUFF gehört zwar nicht zu den besten Bands, die die Rockwelt zu bieten hat, ist aber eine Band aus der Glam Metal-Szene, die nicht nur durch Make-up und toupierte Haare auffiel, sondern durchaus auch musikalische Qualitäten hatte. In den US-Charts hatten sie mit ihren Singles vom Debütalbum "Enuff Z'Nuff", "New Thing" (1989) und "Fly High Michelle" (1990), kleinere Erfolge. Als die Begeisterung für Glam Metal in den frühen '90ern abriss, konnte man zwar nicht mehr an den kommerziellen Erfolg anknüpfen, aber musikalisch entwickelte sich ENUFF Z'NUFF zu einer ganz passablen Hardrock-Band, die gute Songs wie "Superstitious", "Mother's Eyes", "Right By Your Side", "There Goes My Heart" oder "Life is Strange" veröffentlichte.

Die Band hat schon einige Besetzungswechsel hinter sich, der wichtigste davon war der Ausstieg von Sänger und Rhythmusgitarrist Donnie Vie, der die Band schon von 2002-2008 verlassen hatte und 2013 wieder ausstieg (sich aber weiterhin am Songwriting beteiligt). Lückenfüller Johnny Monaco verließ die Band letztes Jahr und nun übernahm Bassist und Gründungsmitglied Chip Z'Nuff den Gesang. Wie das klingt bekommt man auf dem neuen Song "Dog On A Bone" zu hören, der das Album eröffnet und auch als Single veröffentlicht wurde.

Beim ersten Hören noch ziemlich unspektakulär ist er beim zweiten Mal einfach nur langweilig und wird dann von Mal zu Mal nerviger, bis man am liebsten jedes Mal zum nächsten Track springen möchte, sobald die ersten Takte erklingen.

Als ein Highlight dieser "exceptional collection" wird "a guest appearance from the late Jani Lane of WARRANT as well as an appearance from James Young of STYX" angepriesen. Die beiden sind auf dem 2004 aufgenommenen Song "Devil of Shakespeare" zu hören und so gerne man auch etwas Positives über den dahingeschiedenen Jani Lane schreiben möchte, der Song ist einfach nur lahm.
Was die Lyrics betrifft, so wird bei Textzeilen wie "I'm gonna play you like a hurdy gurdy" ("Dog With A Bone") offensichtlich, dass die Band sicher zu keiner Zeit vom Devil of Shakespeare besessen war. Zwar auch nicht von dessen William McGonagalls (der wenigstens so schlecht war, dass seine Gedichte schon wieder zu einem gewissen Grad amüsant sind), aber die Texte sind alles andere als lyrische Meisterwerke – bei einer Band, die sich ENUFF Z'NUFF nennt, wird das vermutlich auch niemand erwarten.

Den größten Teil des Albums machen ursprünglich 1988-89 komponierte Songs aus. Über diese sagt Chip Z'Nuff: "The tracks were never finished, as we were very prolific and focused on laying down as many ideas as possible. Through the resources provided to us: recording studio, production, etc., we had a plethora of songs during that era and for one reason or another this batch slipped through the cracks. To restore the record we returned to the studio to record guitar, bass vocals, etc. which took us about six weeks in my studio and at CRC (Chicago Recording Company) along with Stonecutter studio in downtown Chicago. The skeleton of the song was already in place and we wanted to make sure the record had the feel of where the band is today".
Wenn man sich die Songs anhört, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele davon aus einem ganz einfachen Grund damals unbeachtet blieben: sie sind einfach nicht gut genug!
Während "Rockabye Dreamland", "Back In Time", "Backstreet Kids" und "One More Hit" in geringen Dosen durchaus erträglich sind (in zu kurzen Abständen fangen sie ebenfalls an zu langweilen oder zu nerven), ist "Radio" einfach nur langweilig. Das uninspirierte "Good Luv" klingt schon beim ersten Hören völlig abgelutscht. "Runaway" hat einen ganz passenden Titel, denn der Song nervt ziemlich schnell, da hilft nur davonlaufen oder weiterspringen zum nächsten Titel.
Es gibt aber auch gute Songs auf "Clowns Lounge". "Round and Round" hat durchaus Biss, "She Makes It Harder" ist ein anständiger Midtempo-Rocker und der beste Song des Albums, "Nothing" besticht mit einem angenehmen Groove gepaart mit etwas 'sleaze', aber es ist Donnie Vies Stimme die diesem Song erst das gewisse Etwas gibt.

Insgesamt ist "Clowns Lounge" zwar nicht 'nicht genügend', sondern nur 'genügend', was zumindest in der Schule schon als positive Note gilt, aber ob das was ENUFF Z'NUFF hier präsentiert wirklich positiv ist, sei dahingestellt. Man kann nur hoffen, dass "Dog On A Bone" (der einzige aktuelle und zugleich schlechteste Song des Albums) nicht wegweisend für den zukünftigen Output der Band ist.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (14.03.2017)

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