ANGOR - Angor

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VÖ: 29.09.2016
Bandinfo: ANGOR
Genre: Doom Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Auch schon wieder seit 2005, gibt es die in Oberösterreich gegründeten ANGOR. Mittlerweile hat sich der Lebensmittelpunkt der Vier nach Wien verlagert und schon hat man auch das Debütalbum veröffentlicht. Ein Glück, denkt sich der geschundene Stormbringer-Redakteur, dass ihm das bereits im September letzten Jahres veröffentlichte Album nicht durch die Finger gerutscht ist, denn erstens verdient es der österreichische Untergrund, unterstützt zu werden und zweitens wäre es schade gewesen, wenn wir ANGORs "Angor" gleich ganz übersehen hätten. (Keine Panik, die ANGOR bei Weiz und St. ANGOR Gags lassen wir außen vor).

Anfangs sah man sich im Melodic Black Metal verortet. Selbiges hat sich dann aber durch einige Besetzungswechsel laut Band geändert, hin zum melodischen Black/Death und zu groovigerem Material. Zu dieser Zeit, man schrieb 2008/2009, zog es die Bandmitglieder nach Wien und ANGOR waren wohl für kurze Zeit schon als aufgelöst zu betrachten. 

Mit diesem Neustart, die Band bezeichnet es als die dritte Ära, übernahmen nun die groovig-erdigen Elemente endgültig die Überhand über schnelle Black Metal Muster. Trotzdem löste man ANGOR nach einigen Auftritten 2010 endgültig auf.

Reanimiert wurde das Projekt im Winter 2012/2013 (wir schreiben Ära No. 4). Spanned dabei ist, dass ZAL, Sänger und Bassist in Bukarest residiert, womit eine andere Arbeitsweise notwendig wurde. Aber in vernetzten Zeiten wie den unseren, sollte das kein Problem mehr sein.

2015, zum 10-jährigen quasi, wurde in den DeeDeep Pressure Studios in Braunau vorliegendes Erstlingswerk aufgenommen. Und es ist auf jeden Fall spannend, ausladend und auch ein wenig fordernd. Unsere Genrebezeichung "Doom Metal" greift natürlich deutlich zu kurz. ANGOR spielen auch nicht nur Blackened Doom, wie sie es selber benennen, sondern eine Mischung aus, ja klar, Doom, Black Metel der tempotechnisch gemäßigten Sorte mit vielen ausufernden Soundflächen, ein wenig Death Metal und einigen, großen, Prisen Sludge und Wüstenmetal. Den von der Band mitangeführten Blues Rock vermag ich nicht entdecken, vielleicht kommt er ja noch bei den nächsten Umdrehungen.

Das Album hat eine recht düstere Grundstimmung, die sich allerdings immer wieder mit den teilweise recht dynamischen Arrangements duelliert. Es gibt wirklich schöne Soundscapes zu bewundern, die wohl in dunklen Wintertagen optimal aufgehoben sind. 

Das Album "Angor" ist mit seinen sechs Songs und insgesamt 52 Minuten recht lange, wobei man aber sagen muss/darf, dass sich das "Zeit nehmen" hier durchaus ausgezahlt hat. Jeder einzelne Song kann für sich als schöne/karge/düstere/schwarze/staubige Landschaft wahrgenommen werden, je nachdem wo man sich auf dem Album befindet. Diese Landschaften werden musikalisch bis in das kleinste Detail beschrieben und der geneigte Zuhörer darf sich vor diesem Panorama gut aufgehoben fühlen. 

Mir ist die textliche Seit des Werkes leider nicht bekannt, aber für mich stellt ANGORs Erstling eine kontemplative, introspektive Reise dar, die in´s Innere gehen mag oder sich in der Weite verliert. Der organische Sound trägt das Seine dazu bei und ich darf hier nur Jeden dazu einladen, diese spannende (anspannende und entspannende) Reise mit zu machen. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (19.01.2017)

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