WHITE DEATH - White Death

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VÖ: 17.02.2017
Bandinfo: WHITE DEATH
Genre: Black Metal
Label: Hells Headbangers
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Lineup  |  Trackliste

Die Geschichte des Black Metal ist eine der Irrungen und Verwirrungen. Die Band die ihn so benannte spielte eigentlich keinen Black Metal. Der Erfinder dessen, was auch heute noch unter dem Black Metal Banner firmiert, wird eher für seine Viking/Hammerheart-Ausflüge verehrt, die sogenannte zweite Welle des skandinavischen Black Metal brachte Wertiges aber auch völlig Unbrauchbares, dann wurde es kitschig und schließlich, heute, hat sich der einst hochgradig eindimensionale Black Metal in tausend verschiedene Zweige aufgeteilt. Von Kanada über Frankreich bis hin nach Skandinavien gibt es mannigfaltig Unterschiedliches.

WHITE DEATH mit ihrem gleichnamigen Debüt sind jetzt nicht so die großen Innovatoren [Anm. d. Lekt.: Vielleicht haben sie sich deswegen den Spitznamen des finnischen Heckenschützen Simo Häyhä als Bandnamen erwählt? *Klugscheiss-Modus off*], spielen recht typischen, finnischen Black Metal, der mal pfeilschnell, mal crustig/rock´n´rollig daherkommt, dabei aber immer zu gefallen weiß. Heavy ist er auch, man höre sich nur den Beginn von "Immortal Hunter Of The Moon" an und man sieht, dass Bands wie OFERMOD nicht ungehört an den Finnen vorübergezogen ist. Das Album schlägt mit grad mal 35 Minuten zu Buche. Der Vorteil ist der offensichtliche, es wird zu keiner Sekunde langwierig und -weilig. Songs wie "Kaste" bestechen durch richtig eingängiges Songwriting ohne die fiese Garstigkeit zu verlieren, die dem nordischen Black Metal inhärent sein muss, zu verlieren. Das Soundbild tritt mitten in's Gesicht des Hörers, die Jungs wissen ihre Instrumente zu bedienen, und das hört man auch. Allein für den Schlagzeugsound geht Fenriz schätzungsweise steil.

Nordisch. Es wird der Deibel angesungen, die Hexe verehrt und die Tanne missbraucht. [Anm. d. Lekt.: In Finnland gibt es übrigens überwiegend Kiefern und Fichten, mit höchster Wahrscheinlichkeit wird sich also an diesen vergangen, nicht an unschuldigen, nicht-heimischen Tannen... Ist ja gut, ich bin schon still.] Ob es unbedingt notwendig ist, Sachen wie "we uphold the law of the wolf - the destruction of the weak and the false" von sich zu geben ist fragwürdig. Ich gehe aber davon aus, dass hiermit wohl erneut die Black Metal Elite evoziert wird, wie sie damals in den güldenen 90ern fröhlich vor sich hergesungen hat. Oder man provoziert. Oder beides. 

Auf jeden Fall bietet das recht kurze Album ein Maximum an Abwechslung ohne beliebig zu klingen. Der Black Metal der Neuzeit klingt hart und nicht nach einem Imkertreffen, WHITE DEATH stehen mit ihrem Debüt mitten in dieser Bewegung. Garstig, kratzig, gemein, heavy, ausladend und bisweilen mitreissend ist das erste Album der gesichtsgetünchten Knaben aus Lappeenranta geworden und es vermag zu gefallen. Gelungenes Debüt der Neukommer.

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (10.02.2017)

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