Orango - The Mules Of Nana

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VÖ: 13.01.2017
Bandinfo: Orango
Genre: Southern Rock
Label: Stickman Records
Lineup  |  Trackliste

„The Mules Of Nana“ kombiniert überzeugend die Stärken des Blues-/Southern- und Hard-Rocks der 60s/70s. Eine gelungene Zeitreise“.

 

Es ist schon zum Haare ausreißen, mit den norwegischen Retro-Rockern von ORANGO! Nach dem grandiosen „Battles“ ist die aktuelle Langrille „The Mules Of Nana“ mittlerweile schon das sechste Album des Trios, und obwohl die 60s/70s angehauchte Band von Kritikern hochgehandelt wird und sich in ihren Heimatland schon einen großen Namen erarbeitet haben, lässt der Erfolg außerhalb Norwegens auf sich warten. Auch auf „The Mules Of Nana“ zelebriert das Trio sehr gelungenen Blues-/Southern-/Hard-Rock im Stile alter CROSBY, STILLS & NASH, THE EAGLES und LYNYRD SKYNYRD und ist sich nicht zu schade, auch mit dem florierenden Vintage-Rock zu liebäugeln. Klangen auf „Battles“ an manchen Ecken noch GRAVEYARD heraus, liegen minimale Ähnlichkeiten auf „The Mules Of Nana“ bei BRUTUS und BABY WOODROSE. Doch im direkten Vergleich mit dem Vorgänger zieht das aktuelle Album leider den Kürzeren.

So ist die Mischung aus Southern- und Hardrock beim Opener „Heartland“ zwar gelungen, jedoch will die Nummer nicht so recht zünden. Auch die Psychedelic-Rock angehauchte Blues-/Hard-Rock-Nummer „The Honeymoon“ mit seinen BABY WOODROSE-Refrain weist zwar ausgeklügelte groovende/rockige Riffs auf, doch eine zündende Nummer ist anders.

Nach den eher ruhigeren Start kann dann die gefühlsstarke Mixtur aus CROSBY, STILLS & NASH, LYNYRD SKYNYRD und THE EAGLES voll überzeugen. Bei „Heirs“ können ORANGO dann endlich auf ihre Stärken zurückgreifen: Detailverliebtheit, Herzblut und Jam-Leidenschaft. Damit mausert sich „Heirs“ zu einem der Vorzeigestücke von „The Mules Of Nana“. „Tides Are Breaking“ erinnert mit seinen tiefgestimmten, stampfenden Gitarrenlinien an CREAM, dabei artet die Nummer im weiteren Verlauf als sehr ruhige Jam-Session aus, die mit einigen unerwarteten, aber passenden Soundspielereien punkten kann.

Das minimalistische, anfangs akustische und emotionale „Give Me a Hundred“ mit CROSBY, STILLS & NASH-Schlagseite und im Mittelteil mit leichtem Folk-Singer & Songwriter IRON AND WINE / WILLIAM FITZSIMMONS-Soundtouch, zeigt die Norweger von einer sehr viel ruhigeren und gefühlsbetonteren Seite. Bevor es mit dem bluesigern Hardrocker „ Head on Down“, im BRUTUS-Look, dann leider wieder schnell verwässert.

Der Einstieg in „Train Keeps Rollin´ On“ ist dagegen im wahrsten Sinne sehr gelungen, sehr mitreißend und drückt gekonnt auf die Gefühlsknöpfe. Doch dann wird es rockiger und austauschbarer. Vielleicht hätte man die Nummer eher als gefühlte Ballade ausbauen sollen. Der Einstieg ist jedenfalls magisch, doch die Magie wird, trotz des treibenden Grundgerüsts, im wahrsten Sinne weggerockt.

Das Beste kommt zum Schluss, ist anscheinend die Devise bei ORANGO-Platten. So verbirgt sich, wie auf „Battles“, hinter dem letzten Song zugleich auch der Lauschlappen-Orgasmusfaktor der Platte: „Ghost Riders“ ist ein aufwühlender Ritt, irgendwo zwischen CROSBY, STILLS & NASH und Country-Rock.

Trotz einiger Schwächen ist „The Mules Of Nana“ ein starkes Album geworden. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger „Battles“ zieht es jedoch den Kürzeren. Einige Songs haben mit Längen zu kämpfen und andere wollen nicht so recht auf Anhieb zünden, wie es noch bei „Battles“ der Fall war. Trotz Allem sollte man den Norwegern auf ihrer bald anstehenden Tour in unseren Breitengraden bei Gelegenheit einen Besuch abstatten.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Ghost Riders“.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (22.01.2017)

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