GRAVE DIGGER - Healed By Metal

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VÖ: 13.01.2017
Bandinfo: Grave Digger
Genre: Heavy Metal
Label: Napalm Records
Lineup  |  Trackliste

Die Totengräber sind eine Institution in Sachen hymnischer Teutonenhärte. Seit Urzeiten versorgen sie die - allen musikalischen Wirren und akustischen Verlockungen trotzdende - Fanschar verlässlich mit heroischen Oden und präsentieren den Nachfolger zum 2014er „The Return Of The Reaper“. Nach dem charmanten Retro-Trip „Exhumation - The Early Years“ gibt es mit dem verheißungsvoll „Healed By Metal“ benamsten neuen Studiodreher wieder neues Futter für die headbangende Fäustereck- und Mitbrüllfraktion. Und gleich der Opener wuchtet einem das klischeetriefende Motto des Albums ins Gesicht. „Healed By Metal“ – von wem auch sonst?

Energetisch und wuchtig ist der neue Dreher, das Songwriting effektiv wie eingängig, der Pathos vertraut wie gewünscht („Ten Commandments Of Metal“), das Genre-Vokabular (True, Fight, War, Die, Metal, Chains & Co.) simpel wie zielgerichtet. „Lawbreaker“ und „The Hangman´s Eye“ sind weitere kraftstrotzende Metalhymnen für die inbrünstig mitskandierenden Traditionsbewussten. „When Night Falls“ drückt nach vorne, der Anfang von „Free Forever“ könnte direkt von SAXON („Solid Ball Of Rock“) stammen, das treibende „Call For War“ entfaltet wohltuend seinen hymnischen Charme, während beim lässigen „Kill Ritual“ das Melodielevel noch um eine Nuance nach oben geschraubt wurde. Am Albumende wird’s leider etwas peinlich, „Hallelujah“ gleitet trotz sägenden Gitarren refrainmäßig in grenzwertige Gefilde ab und der Stampfer „Laughing With The Dead“ gerät mit seinem Gelächter fast selbst zu einer Lachnummer.

Sangesidol wird Chris in diesem Leben nicht mehr, doch ist sein Organ markant und mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattet, mehr kann man sich in der immer größeren Metal-Masse nicht erhoffen. Den Rest erledigt der eine oder andere bombastischer Chorus und dicke Backingvocals, dem Charme dieser Trademarks ist jeder Freund teutonischer Metalkünste in Tateinheit mit einer treibenden Rhythmusfraktion und knackig bratenden Gitarren seit seligen ACCEPT-Zeiten unheilbar erlegen. Einmal mehr gilt: Wer mit der Art Metal, die GRAVE DIGGER seit ewigen Zeiten zelebrieren und damit (knietief in Teutonenmetal-Kitsch und Lyric-Klischees watend) mit die Speerspitze dieses Genres bildend, etwas anfangen kann, der wird dem Boltendahl´schen Marschbefehl ohnehin blind folgen und auch nicht enttäuscht werden. Alle anderen haben diese Besprechung ohnehin nicht gelesen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (20.01.2017)

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