Saxon - The Inner Sanctum

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VÖ: 02.03.2007
Bandinfo: SAXON
Genre: Heavy Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

2007. Die meisten NWoBHM Legenden suchen langsam aber sicher mit Rheuma im Kehlkopf und verkalkten Drumsticks die Geriatriezentren Grossbritanniens auf. Die meisten? Ja, doch eine Handvoll Helden der stählernen Achziger Jahre kämpfen wacker und unermüdlich weiter. So auch SAXON, der alte Stahladler, der, befreit von Rost und Staub, dieser Tage in ungeahnte Höhen aufsteigt. Warum ich so geschwollen daherrede? Ganz einfach: weil "The Inner Sanctum" vielleicht nicht das ultimativ beste Album aller Zeiten von SAXON ist - doch es ist verdammt nahe dran!

Mystische Chorgesänge leiten den ersten Song "State Of Grace" ein. Kurz stellt man sich die Frage, ob der Wechsler nicht versehentlich auf GREGORIAN zugegriffen hat - bis nach und nach die Drums (the return of Nigel Glockler!) einsetzen und schliesslich die gesamte Band einsteigt. Da ist er - der beste SAXON Song der letzten (grob geschätzt) 15 Jahre. Und es sollte nicht der einzige bleiben. Unglaublich, welche Power die Briten auf ihre (´tschuldigung) alten Tage noch freizusetzen im Stande sind. Der nächste Höhepunkt folgt mit "Red Star Falling", düster, fast schon doomig - genial. "I´ve Got To Rock (To Stay Alive)" winkt cool grinsend ans andere Ende der Welt, wo im Känguruhland AC/DC hoffen, auf ihrem kommenden Album auch nur annähernd ebensolche Songs nachliefern zu können. Zu guter Letzt richten SAXON ihre Stinkefinger noch gen Norden und zeigen mit "Ashes To Ashes" wo der wahre Hammer(fall) hängt. Wo die Briten ihre Inspiration für dieses anspruchsvolle, weil doch extrem abwechslungsreiche Songwriting im 31. Jahr ihres Bestehens hernehmen, ist mir ein Rätsel. Ebenso, in welchen Zaubertrank Biff Byford als Baby geplumpst ist, denn von einer solchen stimmlichen Power können viele jüngere Sänger nur träumen. Grossen Anteil an dem Erfolg, den diese CD mit Sicherheit haben wird, hat auch die wuchtige Produktion. Ein echter Bauernfeind halt, wer sonst?

Fast möchte ich hier alle Fünfe zücken - der Grund warum ich´s nicht tue, ist, dass das neue Album halt doch nicht ganz an die alten Klassiker heranreicht. Hat aber wohl auch niemand ernsthaft erwartet.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: adl (16.03.2007)

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