PRYAPISME - Diabolicus Felinae Pandemonium

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VÖ: 03.02.2017
Bandinfo: PRYAPISME
Genre: Avantgarde
Label: Apathia Records
Lineup  |  Trackliste

Es ist ein gut gehütetes Geheimnis im Videospiel-Universum: seitdem Super Mario die Prinzessin Zelda geheiratet hat, in die Marios Bruder Luigi unsterblich verliebt war, hat Luigi auf die dunkle Seite der Macht gewechselt. Seitdem sitzt er in seinem Schloss in Persia, foltert hübsche Prinzessinnen, isst lebende Schildkröten, die er durch Springen auf ihre Panzer herausgelockt hat, und verfällt immer mehr einem düsteren Verfolgungswahn.

Und komponiert dabei Musik, indem er die glücklichen Melodien aus besseren Zeiten (als er noch ein Team mit Mario war) mit allem kreuzt, was ihm in seinem Wahn vor die Ohren kommt, egal ob das heftige Dance-Beats, krachende Metalgitarren, jazzige Blasinstrumente oder Banjos (ja, Banjos!) sind.

Klingt schräg, ist es auch. Aber ist eine passende Beschreibung dafür, was PRYAPISME auf „Diabolicus Felinae Pandemonium“ aufführen. Eine Auflistung der unterschiedlichen Songs und ihrer Eigenheiten ist vollkommen sinnlos, weil dort so viel passiert, dass man wohl mehrere Seiten damit zubringen würde. Und man würde den Katzenfreunden (die Ära der Katzen wird anscheinend bald die Ära der Menschen ersetzen, meinen sie…) auch nicht ganz gerecht werden, weil sie aus der Summe der Verrücktheiten mehr machen, als es die Summe der Teile fordert, es entsteht eine allumfassende, ganzheitliche Verrücktheit, complete insanity, sozusagen.

Das ist auch ein Fortschritt zum Vorgänger „Futurologie“, das zwar auch schön crazy war, aber „Diabolicus…“, das mit der Live-Besetzung eingespielt wurde, klingt besser (ein bisschen mehr analog und freundlich) und ist deutlich homogener  geworden. Zwar weiß man noch immer zu keinem Zeitpunkt, was als nächstes um die Ecke kommt, aber alle Teile passen schön aufeinander und nach vielen, vielen Durchläufen ergibt sich tatsächlich so etwas wie ein Gesamteindruck.

PRYAPISME stehen so weit weg von aller musikalischen Normalität (gegen die wirken MR. BUNGLE so experimentierfreudig wie MOTÖRHEAD), dass sie wohl nur einen geringen Teil der Musikhörer ansprechen. Für die lohnt sich allerdings eine Reise in die fabelhafte Welt der Satanskatzen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (02.02.2017)

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