INVASION - Destroyer Of Mankind

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VÖ: 17.02.2017
Bandinfo: INVASION
Genre: Death Metal
Label: Abyss Records
Lineup  |  Trackliste

Der erste Eindruck zu INVASION stellt sich schon nach wenigen Sekunden ein: „Ui, das ist eine HAIL OF BULLETS-Kopie. Das kann ja nix werden…“

Der erste Teil des Eindrucks bestätigt sich dann im Laufe von „Destroyer Of Mankind“, dem vierten Studioalbum der Amis, immer wieder, der zweite Teil glücklicherweise nicht. Denn INVASION kopieren nicht nur die Musik, sondern auch die Qualität der Holländer.

Zwar erwartet man immer wieder (zum Beispiel gleich beim Einpeitscher „I Am The Enemy“), dass nach einem geilen Riff der gute alte Martin van Drunen zu Röcheln anfängt, stattdessen gibt es aber nur „normale“ Growls (in diesem Sinne kann man INVASION schon mal als Vorgeschmack auf die „neuen“ HAIL OF BULLETS mit Dave Ingram statt van Drunen am Mic sehen).

So wie die großen niederländischen Vorbilder spielen INVASION relativ straighten, knackigen Death Metal der alten Schule. Das passt hervorragend zum ganzen Weltkriegs-Thema, das die Jungs in den Texten (und vielen dazu eingestreuten Samples aus der Zeit) breitwalzen. Kann man mögen, muss man nicht. Ist aber auch bei dem hohen musikalischen Niveau eher zweitrangig.

Die Songs haben es nämlich durchwegs in sich, und reduzieren sich nicht auf stumpfes Vorwärtsgemörtel, die Riffs sind immer wieder erstaunlich fett, und ab und zu schleicht sich sogar die eine oder andere Melodie ein (ja, ich weiß: Frevel! Untrve! Ich mags trotzdem). Und innerhalb der Genregrenzen sind die Amerikaner, wenn schon nicht innovativ, so zumindest relativ abwechslungsreich, sodass „Destroyer Of Mankind“ auch nie langweilig wird.

„Iron Bottom Sound” ist zum Beispiel eher ruhig und düster, während das Gaspedal auf „Dying On The Beaches Of Normandy” mal so richtig durchgedrückt wird. Der Rausschmeißer „Shores Of Betio Island” punktet mit einem höllisch geilen Groove. Und das sind nicht die einzigen guten Songs – auch „The Divine Wind“, „A Satisfying Death“  oder „Play The Devil’s Piano“ können begeistern.

Und so ist „Destroyer Of Mankind“ abseits von der ganzen Kriegs-Thematik einfach ein sehr gutes Death Metal Album geworden. Da sollte also auch reinhören, wer keine Kleidung im Tarnlook im Kasten hängen hat.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (14.02.2017)

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