IRON REAGAN - Crossover Ministry

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VÖ: 03.02.2017
Bandinfo: IRON REAGAN
Genre: Thrash Metal
Label: Relapse Records
Lineup  |  Trackliste

Jetzt ist das Trumpeltier im Amt und es ist großartig – die menschliche Stupidität darf am realen Objekt in Ultima Ratio studiert werden! Das Präsidialamt des mächtigsten Staates der Erde als Versuchslabor der Verhaltensforschung. Zugegebenerweise trägt Pinky (Brain gibt es in dieser Show nicht) einen ziemlich unansehnlichen Pelz am Kopf und könnte durch sein wehrhaftes Revierverhalten, gepaart mit egomanischen Anfällen von Selbstverliebtheit, den ganzen Planeten ausradieren, aber dank weißem Käfig mit integrierter Twitterfunktion werden wir es früh genug erfahren, um unsere Zivilversagerärsche noch rechtzeitig in den nächsten Atombunker zu schleppen – errichtet von den Geschäftsfreunden unseres Studienobjektes. Nein, ganz ehrlich – The Donald ist ein geiler Typ, der hält wenigstens was er verspricht und macht Politik gegen das Establishment! Das Kabinett der Milliardäre ist natürlich daran interessiert dass es den Rednecks besser geht, haben sie doch selber alle klein angefangen und deswegen ein besonders ausgeprägtes soziales Gewissen. Da müssen sie selber lachen – Make America great again! Dass jene geistig zurückgebliebene Schicht, die den Klimawandel für eine Lüge hält, Schwarze immer noch am liebsten zur Sklavenarbeit verdonnern möchte, zu denen Gott persönlich jeden Sonntag spricht und sich in lustigen Gespensterverkleidungen zum Kreuze verbrennen treffen, nicht versteht was sie da zu ihrem Häuptling erhoben haben, obwohl El Presidente (Höhö – ein Mexikanerwitz) ihnen innerhalb von 24 Stunden die Krankenversicherung genommen hat und ebenjene Rednecks nun wieder von den monetären Aufwänden einer harmlosen Grippe in den Bankrott getrieben werden, ist bezeichnend für die Gefährlichkeit des Brandrednerpopulismus in Kombination mit mangelnder politischer Bildung! [Anm. d. Lekt.: So politisch heute, Herr Kollege?] Apropos Bildung, die neue Bildungsministerin Betsy DeVos schafft es selbst keinen geraden Satz zu formulieren und will Lehrer in Schulen bewaffnen, damit jene Ihre Schüler gegen Grizzlys verteidigen können… und nur der Vollständigkeit halber: der Klimawandel ist eine Lüge!

Gegen Donald Dumb und seine Bible-Belt-Reps war der eiserne Reagan ja nahezu ein linkslinker Kommunist – und Ronald hat ja auch eine Mauer eingerissen, anstatt eine zu bauen. Walls of Death anstatt Grenzmauern bauen ja bekanntlich MUNICIPAL WASTE, deren musikalischer Einfluss auf IRON REAGAN ebenso bemerkbar ist, wie der amerikanische Hang dazu Stupidität zur Maxime der Coolness zu erheben. Crossover wird ja bald nicht mehr sonderlich erwünscht sein in den TSA (Trump States of America), wer will sich als reinrassiger Amerikaner (Diese dreckigen Indianer sind eine Erfindung der Chinesen!) schon mit etwas Ausländischen abgeben? Hauptsache der Burrito schmeckt! Ronald zeigt sich als Blicklicht in dieser dunklen Überseezukunft, denn hier gibt es keine Berührungsängste und man vergnügt sich heiter mit Punkern, Skatern, Thrashern und den coolen abgedrehten Typen in Boxershorts (Ja Scott, wir meinen dich und den Sergeant – „Speak English or die“!). Da scheißt man sich nichts und auf Konventionen und gibt den sprichwörtlichen Fick auf alles – ANTHRAX haben es erfunden, S.O.D. haben es radikalisiert und INSANITY ALERT halten es heute in heimischen Gefilden hoch und genau so klingen IRON REAGAN eigentlich auch, beinhart abgedreht, ohne Resthirn. Man rührt in 26 Minuten 18-mal in den Hirnen der Wählerschaft – nicht Trumpeltierverblödete haben die Division geschafft, es sind 1 Minute und 26 Sekunden pro Schrei- und Prügelintoxikation. Das ist einerseits erfrischend, so schön dämlich, dass man es abfeiern muss – anderseits nervt es Einen spätestens ab dem dritten Durchlauf. „Fuck The Neighbours“, „Crossover Minstry“, „More War“, „Dogsnotgods“, das Alles schlägt sich als Einheitsbrei nieder und wird umgerührt wie der Babybrei von klein Donald, wenn er keinen Hunger mehr hat. Crossover-Thrash ist noch lange nicht tot und „Crossover Ministry“ grabt die Hoe durchaus an der Pussy. Ihren Unique Selling Point haben IRON REAGAN aber im Sumpf des Thrash-Revival auf ihrem dritten Longraper noch nicht gefunden und so verläuft sich „Crossover Ministry“, trotz hohen Freak- und anfänglichem Unterhaltungsfaktor, auf Dauer im Sand wie Juan an der texanischen Grenze… You nearly made Crossover-Thrash great again!

P.S.: Vor Redaktionsschluss erreichte uns ein Statemant aus Washington: "Stormbringer is fake news! They are disgusting and live like pigs, thats what the people say about them and I am really serious about that, they are just douche bags! I will build a wall around their Mansion - yeah it will be a big great wall and they will pay for it!" [Anm. d. Lekt.: Schick doch mal einer den Kerl zu unserer Domina in den Keller! Nicht unseren Terrier, dessen Körbchen steht ja ohnehin dort.]



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Laichster (30.01.2017)

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