Syron Vanes - Chaos from a distance

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VÖ: 27.01.2017
Bandinfo: Syron Vanes
Genre: Heavy Metal
Label: Mighty Music
Lineup  |  Trackliste

Es gibt Dinge, die werden zwar alt, aber kommen niemals wirklich aus der Mode. Und es gibt Bands, die haben zwar schon Jahre oder gar Jahrzehnte auf dem Buckel und machen trotzdem immer wieder etwas Neues, Frisches, bei dem man aufhorchen und hinhören muss. SYRON VANES ist so eine Band, die schon seit über dreißig Jahren mal mehr, mal weniger aktiv ist und es nun 2017 noch einmal wissen wollen. Und tatsächlich: Das neue Album „Chaos from a Distance“ ist eine wahre Machtdemonstration, die sich gewaschen hat! 

SYRON VANES lassen bei den 13 Songs auf der Scheibe keine Langeweile aufkommen. Mit fast schon dröhnendem Druck in den Riffs, einem hochwertig und gut gestreuten Melodienanteil und unverkennbar kraftvollen Vocals wird das Lebenszeichen zu einem wahren Metal-Freudenfest. Trotz Anleihen am NWoBHM sind sie mehr heavy denn alles andere, voller massivem Druck und dichtem Klanggewitter. Dazu kommt der ein oder andere Hook, der sich festzukrallen versteht. Wie der sprichwörtliche Wein gart die ganze Qualität des Albums, da am besten mit mehrmaligen Hören, weiter und weiter. Der Sound wirkt so treibend und dicht, dass es schwer ist, das gesamte Album mit nur einem Durchgang zu erfassen. Dies tut der Güte und Qualität allerdings nichts ab. Von tempolastigen Krachern wie „God of War“ oder dem Titelgeber „Chaos from a Distance“, der an Zwischenstellen ordentlich Groove entwickelt, über das rockiger gestimmte „Crucified“ und das hookige „The Seventh Day“ bis zum fast schon fröhlich-locker-flockigen „I don´t wanna see you die“, bedienen SYRON VANES die gesamte Bandbreite der Erfahrungsschätze ihrer Jahre im Rockzirkus. Dazwischen dämpft ein „Trial by Spirit“ die Durchmarschgeschwindigkeit deutlich ab und „Master of Overkill“ kommt stampfend und schwer, bietet neben dem passenden potentiellen Publikums-Fäustehagel gen Himmel auch einen adäquaten Mitshout-Refrain. Wagemutig wird es bei „Saints on Fire“. Nicht jede Band wagt sich über einen 6/8 Takt im Intro, nur um diesen dann im Songkern gerade zu biegen und in einen groovigen Ohrwurm einzulenken. Fast schon beiläufig schmiegen und rocken sich die restlichen Songs dazwischen, die trotzdem ordentlich Geberlaune mit sich bringen. Abschließend wirkt „Sleepwalking“ mit den höher gezogenen Vocals und der rhythmischen Treibjagd wie eine Hommage an die Hochblüte der Wellen, die den Heavy Metal noch britisch machten. 

SYRON VANES zeigen mit „Chaos from a Distance“, dass sie noch eine Menge Heavy Metal im Blut und Saft in den Instrumenten haben, und liefern eine Scheibe ab, der man getrost ein wenig Zeit geben kann, bis sie sich entwickelt und zu voller Größe anschwillt. Dann gibt es den ganzen Ausmaß und die Macht von SYRON VANES auf die Ohren und durch die Adern. Versprochen!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (29.01.2017)

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