MORS PRINCIPIUM EST - Embers Of A Dying World

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VÖ: 10.02.2017
Bandinfo: MORS PRINCIPIUM EST
Genre: Melodic Death Metal
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Während MORS PRINCIPIUM EST in der Vergangenheit immer wieder von zahlreichen Besetzungswechseln gezeichnet waren, ist es seit dem 2014er Output "Dawn Of The 5th Era" diesbezüglich sehr ruhig geworden und die Grundformation bis zum neuen Album "Embers Of A Dying World" bis auf den Abgang von Gitarrist Kevin Verlay, der wohl ohnehin nicht so extrem viel Einfluss auf das Songwriting hatte, zusammen geblieben. Ein wenig Skepsis war im Vorfeld nach der ersten Single "Reclaim The Sun" dennoch kaum zu unterbinden, weil sich die symphonischen Elemente, die man gründsätzlich jedem bisherigen Werk der Finnen entnehmen konnte, etwas zu vehement in den Vordergrund drängten. Will man etwas kaschieren, oder war das ein bewusster Ausreißer, um einen fulminanten Start hinzulegen?

Vermutlich letzteres, wobei sich das nunmehr sechste Werk der Diskografie infolgedessen trotzdem erheblich schwer tut, dem Hörer Zugang zu gewähren. Begeben wir uns auf also Ursachenforschung: "Masquerade" beispielsweise fährt die dramatischen Streicher zwar klar zurück und legt dafür, wie es sich für MORS PRINCIPIUM EST eben gehört, großen Wert auf ausladende Leadspielereien, wird dabei aber auch von Tempoverschleppungen durchsetzt, die den überspringenden Funken verhindern. Nebst diesem etwas trägen Einstieg ist aber auch die fürchterlich leblose, klinische Produktion sofort negativ auffällig und dafür verantwortlich, dass "Embers Of A Dying World" einen insgesamt eher schweren Stand hat, weil die Gitarren einfach sehr stark komprimiert wirken und das Schlagzeug, jeglichen organischen Charakter vermissen lassend, maschinell vor sich hin klappert. Dasselbe Phänomen trat, wenn auch bei weitem nicht so extrem, bereits auf den beiden Vorgängerwerken sowie dem aktuellen SOLUTION .45 Doppelalbum in Kraft, was im Vergleich zu wuchtigen Klangkulissen wie der von WHISPEREDs "Metsutan" als klarer Nachteil zu werten ist. 

Trotz allem hat "Embers Of A Dying World" aber auch seine strahlenden Momente und Attribute. Der mal apokalyptische, mal dramatische Unterton in der Atmosphäre ist MORS PRINCIPIUM EST dabei ebenso gut gelungen wie die musikalische Initialzündung des Albums, "Into The Dark", ab der es nicht nur merklich bergauf geht, sondern auch deutlich gitarrenlastiger wird. Davon profitiert ein "The Drowning", das mit einigen Hammermelodien sofort begeistert, ein "Death Is The Beginning", das eine epischere Richtung mit ruhigem Aufbau und weiblichen Vocals einschlägt, oder aber auch ein "The Colours Of The Cosmos", das sich straight seinen Weg bahnt und all die Trademarks kombiniert, die diese Band einst bekannt gemacht haben. Diese Phasen sind es auch, in denen man spürt, dass die Aufnahme von Andy Gillion der richtige Kniff war, um dieser Band Leben einzuhauchen.

Da er gleichzeitig aber auch für die Orchestrierung bzw. Effekte verantwortlich scheint, kann man das sowohl mit einem lachenden als auch mit einem weinenden Auge sehen, denn die Kombination aus knackigem, riffbetonen Melodic Death Metal und filmischen Sequenzen macht oftmals eine sehr inkonsequente, bruchstückhafte Figur. Die eigentliche Crux daran ist, das keine der beiden Parteien gänzlich überzeugen kann, was nicht nur einen schweren Einstieg, sondern auch so manch zähe Zwischenpassage nach sich zieht, die "Embers Of A Dying World" immer wieder heimsuchen. Der sechste Streich von MORS PRINCIPIUM EST ist also, selbst dann, wenn man die misslungene Produktion großzügig ausklammert, nur ein ordentliches, meist ambivalentes Ereignis, das zwar durch und durch den Stil der Finnen atmet, dabei aber auch einfach starken Qualitätsschwankungen unterlegen ist. Mit anderen Worten: MORS PRINCIPIUM EST waren schon weitaus stärker unterwegs.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (07.02.2017)

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