HORISONT - About Time

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VÖ: 03.02.2017
Bandinfo: HORISONT
Genre: Hard Rock
Label: Century Media Records
Lineup  |  Trackliste

„Der auf „Odyssey“ eingeschlagene Weg wird konsequent weitergeführt. „About Time“ ist das bis dato kompakteste Album der Schweden“.

 

Es ist schon erschreckend, in welch kurzen Abständen HORISONT wahre Hochkaräter aus dem Ärmel schüttelt. Man denke nur an das gelungene „Time Warriors“ (2013) und das Über-Album „Odyssey“ (2015). Letztes Jahr feierte man so ganz nebenbei das 10jährige Bandjubiläum und jetzt steht mit „About Time“ auch schon neues Futter im Hause HORISONT parat. „About Time“ ist das mittlerweile fünfte Album der Schweden, zugleich auch der Einstand bei Century Media Records, und führt die auf „Odyssey“ so gelungene Sounderweiterung konsequent fort. Ein Schritt der wahrlich Gold wert ist, um sich im sehr florierenden Retro-Rock abzuheben. „About Time“ ist dabei ein weiteres Mal eine Blaupause wie Retro-Rock mit New Wave Of Heavy Metal, Psychedelic-, Hard- und Space-Rock Einflüsse klingen kann – ganz im Touch alter Glanzzeiten der 70er und einigen seiner Hauptprotagonisten wie THIN LIZZY, SCORPIONS und RUSH.

War „Time Warriors“ noch ein solides Hard-Rock/Classic-Rock Album und flirtete sehr stark mit KADAVAR und GRAVEYARD, was Ähnlichkeiten in Songs wie „Diamonds In Orbit“, „Brothers“, „Ain´t No Turning Back“ und das schwedische „Disdans“ unter Beweis stellten, so spielt das Über-Album „Odyssey“ schon sehr viel mehr mit Space-Rock-Einflüssen und einer deutlich schwereren Eigenständigkeit. Zwar ist auch auf „About Time“, wie es mittlerweile schon zum Standard-Repertoire von HORISONT-Alben gehört, mit „Letare“ ein Song in ihrer schwedischen Muttersprache vertreten, doch das Gesamtpaket der Soundlänge hat sich verändert. Ein Song wie „Odyssey“, der überspitzt gesagt das „Child In Time“-HORISONTs ist und die zehn Minuten Marke bricht, sucht man auf „About Time“ vergebens. Das neue Album ist mit seinen Drei- bis Vier-Minuten-Songs eher sehr viel kompakter (mal abgesehen vom fast siebenminütigen Titeltrack).

Auf „About Time“ wird Musik auf höchster Ebene gemacht. Die einzelnen Songs sind stark, zünden, und gehen hervorragend ins Ohr. Es sind die durchweg starken Titel die die Blaupause ausmachen, wie beispielsweise der chillige Opener „The Hive“ mit seinen smoothen Keyboard-Arrangements. Auch ein weiteres Mal sticht die unglaublich hohe Stimme von Axel hervor. Bei HORISONT stehen wahrlich die Vocals über der Instrumentenführung und das ist schon seit eh und je so.

Songs wie „Electrical“ mit seinem radiotauglichen Refrain, der traumhaft schön beginnende, verspielte schwedische Beitrag „Letare“ mit seinen ausufernden Soli, welches gar an alte LED ZEPPELIN-Verspieltheit erinnert, die Stadionhymne „Point Of Return“ mit seinen musikalischen Berg und Talfahrten, die sehr starke Hard-Rock-Nummer „Boston Gold“ mit ihren sehr spacigen, einschneidenden 70er/80er-Keyboardparts, oder das spacige „Hungry Love“ mit seinen überraschenden Soundspielereien, stehen ganz für sich.

Und weiter versucht man Ähnlichkeiten zu anderen Bands auszumachen, während das groovende „Night Line“ über einen hinweg zieht. Frühe URIAH HEEP, NAZARETH, DEEP PURPLE und sogar SLADE kommen einem in den Sinn, von den anfangs erwähnten THIN LIZZY und den SCORPIONS erst gar nicht mehr zu reden. Doch irgendwie passt alles nicht wie Arsch auf Eimer – HORISONT klingen erstaunlich stark nach HORISONT!

„About Time“ ist eine weitere Blaupause. Schwer auszumachen, wohin der HORISONT-Weg in Zukunft, bei solch starken Veröffentlichungen, noch hinführen wird. „About Time“ ist meisterlich, wobei das Album im direkten Vergleich mit dem Vorgänger „Odyssey“ doch leicht den Kürzeren zieht. Ich für mein Teil bin jedenfalls hin und weg!

Lauchlappen-Orgasmusfaktor: „The Hive“.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: inhonorus (04.02.2017)

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