MIDNIGHT - Shox of Violence

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VÖ: 20.02.2017
Bandinfo: MIDNIGHT
Genre: Metal
Label: Hells Headbangers
Lineup  |  Trackliste

MIDNIGHT sind die Antithese zu Mainstream-Metal-Produktionen und progressivem Geschwurbel. Das Cleveland-Kommando in Personalunion verkörpert Räude und Dreck, mieft nach Punk und manifestiert in jeder Spielsekunde Authentizität und Street-Attitüde. Garniert mit einer großen Portion Unnahbarkeit (siehe die Masken) und einer umfangreichen, sammlerhöllenmäßigen Discographie genießen MIDNIGHT zu Recht hohen Status in Undergroundkreisen (würde grad noch fehlen, dass sie a la DARKTHRONE auf Livegigs verzichten würden, dann wäre der Kult perfekt). "Shox of Violence" (die mächtig gepimpte CD-Version der gleichnamigen EP) läutet einen weiteren Schritt in der Verkultung von MIDNIGHT ein. „Death Scream“ prescht gleich eingangs herbei und hängt sich umgehend im Ohr fest. Ein weiteres Schrammelschmankerl aus dem ohnehin gutbestückten Hause MIDNIGHT. Anarchisch, frei und unbekümmert, überdreht und mit der herrlichen Scheißegal-Attitüde („Who Gives A Fuck“) geht es auch auf der neuen EP weiter. Entweder man ist „Ready For Destruction“ oder man bleibt hinten, so einfach proklamiert das Cleveland-Kommando seine Devise und schraubt bei „Groin Gripper“ das Punk-Level noch höher.

Und als ob nicht schon genug gerotzt wurde, darf sich der Hörer noch weiter am Sammelsurium aus Tracks von diversen Veröffentlichungen delektieren, insgesamt wurde die CD-Version ja um geschlagene 21 Tracks aufgefettet (die kurz vor Jahreswechsel erschienene, gleichnamige 4 Track-EP gibt bzw. gab es in mehreren Vinyl-Editionen). Man darf eintauchen in das aus Coverversionen und Tracks von kleinformatigen Veröffentlichungen zusammengetragene Oeuvre. Natürlich wird den Vorbildern VENOM gehuldigt, und zwar gleich mit zwei Tracks („In League With Satan“ & „Too Loud For The Crowd“), es gibt den Track von der Split mit SHITFUCKER zu hören wie auch die vier THE SPITS-Cover (von der 2007er „Slay The Spits“-EP) und die beiden „Farewell To Hell“-Tracks „Vomit Queens“ und „Cross Held High“. Als Goldgräber outet sich Athenar, wenn er etwa wahrlich Obskures wie die Covers der Metal-Partien TAIPAN (Australien), CRUCIFIXION (UK), SCARAB (UK/Birmingham) und MISTREATER (die ebenso wie die mit zwei Stücken gewürdigten Punker THE PAGANS aus dem heimatlichen Cleveland stammen wie die Recherche ergibt) der eigenen Interpretation unterwirft. Witzig noch die Verschrammelung des QUIET RIOT-Songs „Slick Black Cadillac“ (von der Split mit ABIGAIL) und des „Hit & Run“-Tracks „Watch Your Step“ von GIRLSCHOOL.

Mit „Shox Of Violence“ fetzt das Krawallkommando direkt in die schwarzen und verrottenden Herzen der Fanhorde. Dabei sind entsprechende Unterschiede in der Soundqualität naturgemäß hinzunehmen (man vergleiche die übersteuerten Livetracks und so manch rumpeliges Cover). Der Untergrund liebt Athenar und sein überdrehtes, schmutziges Baby MIDNIGHT. Dies zu Recht, wie die vier neuen Titel, welche sofort ins Ohr dröhnen und einen auf voller Betriebstemperatur laufenden Bandchef zeigen, unterstreichen. Man darf auf den „No Mercy For Mayhem“-Nachfolger gespannt sein!

 



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (18.02.2017)

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