ARMORED SAINT - Carpe Noctum

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: ARMORED SAINT
Genre: Heavy Metal
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Eine der zweifellos besten Metal-Bands erscheint wieder auf dem Metal-Radar und lässt dem famosen „Win Hands Down“ ein Livealbum folgen. Dass die gepanzerten Heiligen seit Dekaden nicht nur auf Tonträger liefern, wurde zuletzt auch auf europäischen Bühnen (zum Livereport) bewiesen. Dass in all den Jahren „Saints Will Conquer“ von 1989 den einzig offiziellen Livedreher darstellt, ist mehr als verwunderlich, zumal es sich dabei lediglich um eine knapp die Halbstundengrenze übersteigende Veröffentlichung handelte. Diese EP hatte es aber sowohl cover- als auch songtechnisch in sich. Aber genau diese Stärke fällt dem Liebhaber auf „Carpe Noctem“ eingangs sofort negativ auf, schließlich fehlen auf dem neuen Livedreher zahlreiche Pflichtnummern und Bandklassiker. „Raising Fear“, „Madhouse“, „Can U Deliver“, „Nervous Man“, „Chemical Euphoria“ oder auch „Loose Cannon“ (stellvertretend als Kracher neueren Datums) wurden schlichtweg ausgespart. Und hier handelt es sich keineswegs um die Jammerei von Bandnerds, nein, ein bzw. das ERSTE RICHTIGE Livealbum von A.S. (Gründung immerhin schon 1982) muss diese Klassiker schlichtweg auffahren. Und wenn man eine Doppel-CD mit einer zweiten mitgeschnittenen Show hinzufügt (hier zu hören sind die Songs von der 2015er Wacken-Show und dem Gig in Aschaffenburg).

Doch zurück zu den Fakten bzw. zu dem, was den Fan auf „Carpe Noctum“ erwartet. Gleich eingangs wird „Win Hands Down“ serviert, das ein weiterer aktueller Beweis für die geniale Melodieführung ist, die von einem der grandiosesten Metal-Sänger intoniert und umgesetzt wird. Mit dem starken „Mess“ wird das letzte Studioalbum wie auch „Symbol Of Salvation“ (von 1989, „Reign Of Fire“ und „Last Train Home“) und „March Of The Saint“ (der grandiose Titeltrack und „Stricken By Fate“) mit gleich zwei Nummern gewürdigt. Von „La Raza“ gibt es „Left Hook From Right Field“ und von „Delirious Nomad“ das langsame „Aftermath“ (musste nur bedingt sein), damit erschöpft sich der magere 8er-Songfundus. Ansonsten ist bei authentischem Livesound neben dem famosen Songmaterial vor allem die einmal mehr grandiose Sangesleistung von John Bush zu loben, der alle Tonlagen erklimmt.

„Carpe Noctum“ ist einer Ausnahmeband wie ARMORED SAINT nur bedingt würdig. Von der Band vermutlich als Ergänzung zu „Saints Will Conquer“ gedacht (man wollte sich setlistmäßig wohl nicht kopieren), ist die Songauswahl zumindest fragwürdig und jedenfalls zu knapp ausgefallen. Einige Bandstandards fehlen einfach auf „Carpe Noctum“, welches das erste vollständige Livealbum der legendären Kalifornien sein sollte. Halbgare Angelegenheit, aus der mit Leichtigkeit mehr herauszuholen gewesen wäre, Fans müssen allerdings ohnehin zum Pflichttermin anrücken, zu gut sind die Gepanzerten einmal mehr!



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (20.02.2017)

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