EX DEO - The Immortal Wars

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: EX DEO
Genre: Epic Metal
Label: Napalm Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Geschlagene fünf Jahre hatten die EX DEO-Legionen seit „Caligvla“ durchzuhalten, ehe nun endlich Album Nummer drei von KATAKLYSMs kleinem, historienaffinen Bruder Abhilfe schafft. Eine halbe Dekade, in der zumindest die nicht gänzlich diskussionsfrei aufgenommenen “Waiting For The End To Come“ (2013) und „Of Ghosts And Gods“ (2015) der Hauptband sowie Liveshows (zum Livereport) für Ablenkung und Überbrückung sorgten. Und wieder ist der Kanadier mit ausgeprägtem Geschichtsinteresse, Maurizio Iacono, für Freudensprünge der EX DEO- und KATAKLYSM-Fans zuständig und macht Symphonic Death Metal-Fans wie Geschichtsinteressierten gleichsam ein faszinierendes Angebot, das weder die einen noch die anderen schwerlich ausschlagen können. Unter der Führung von Feldherr Maurizio entführen uns EX DEO tief in die Unwirren der (insgesamt drei) Punischen Kriege, als sich (das heute tunesische) Karthago und das Römische Reich erbitterte Schlachten lieferten und verpackt jene historischen Begebenheiten in ein von ergreifender Epik und betörendem Bombast eingebettetes Soundkleid. Gekonnt ist eben gekonnt, pompös und ausladend orchestriert wuchten einen die in ein voluminöses Soundkleid gewandeten Titel nieder, sodass der druckvolle Metal eine homogen klingende Symbiose mit den orchestralen Teilen eingeht, aber nicht zugekleistert wird oder zu überladen wirkt.

Historisch taucht der Hörer ein in die Zeit vor Christi Geburt und darf etwa der Legende des karthagischen Befehlshabers Hannibal lauschen, der sich mit dem romanischen Reich erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft im Mittelmeerraum lieferte. Folgerichtig wird der große Feldherr auch gleich eingangs mit einem episch-wuchtigen Entree („The Rise Of Hannibal“) ausreichend gewürdigt. „Crossing Of The Alps“ wird eingangs geschichtsausschmückend auch von Elefanten intoniert und thematisiert die Alpenüberquerung samt Elefanten, als sich Hannibal mit seinem Kriegsgefolge von Spanien aus dem römischen Feldherrn Scipio entgegenstellen wollte. „Cato Major: Carthago Delenda Est!“ dröhnt seiner innewohnenden Dramatik („Karthago muss zerstört werden“, ein populärer Satz, den Cato der Älteren geprägt hat) entsprechend auch akustisch bedeutungsvoll. Von der Belagerung einer spanischen Stadt „Hispania (Siege Of Saguntum)“ bis hin zu „Victoriam (The Battle Of Zama)“, dem finalen Sieg der Römer über die Karthager im zweiten Punischen Krieg, ist der Hörer mit „The Roman“ oder „The Spoils Of War“ hautnah gefangen und gefesselt im Schlachtengetümmel und in den Kriegswirren der Antike.

Das Ergebnis ist ein in orchestralem wie brachialem Death Metal intoniertes, hymnisch-melodisches Historienepos, das im Stile der Sagen und Geschichte der Alten Welt voller Drama, Leidenschaft, Herzblut und Hingabe steckt, zudem mit einem lässigen Artwork besticht und mit seinen knapp 40 Minuten kompakt und knackig geraten ist. Ein weiterer Pluspunkt für die Band, die Platte packend und schlüssig zu gestalten und nicht der großen Versuchung zu erliegen, ihren Sound in zähen Epikflächen ausfransen zu lassen. Die Gegner der Kanadier werden die Zweitband auch für dieses Album weiter abwertend als um Pomp angereicherte KATAKLYSM schimpfen, wer aber auf Death Metal steht und auch symphonischen Begleitklängen etwas abgewinnen kann, der kommt an EX DEO und den historischen Schlachtepen auf „The Immortal Wars“ nicht vorbei!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (20.02.2017)

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