SINISTER - Syncretism

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: SINISTER
Genre: Death Metal
Label: Massacre Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

SINISTER sind wahre Death-Urgesteine und erweisen sich nach dem 2015er Cover-Ausflug zum 25-jährigen Bandjubiläum („Dark Memorials“) die Ehre, die Fans mit "Syncretism“ und dem geilen „State-Of-The-Death Metal-Art“-Cover zu verzücken - so muss DM auch 2017! Dass auch die musikalische Qualität stimmt, dafür sorgt die leicht umbesetzte Mannschaft um Frontgrowler Aad Kloosterwaard, die 2014 mit ihrem letzten Studioalbum „The Post-Apocalyptic Servant“ einen echten Dampfhammer ablieferte. "Syncretism" beginnt vergleichsweise verhalten, wenngleich das Intro geschmeidig ins schnell anschwellende „Neurophobic“ übergeht, das überzeugt und eindrucksvoll klarmacht, dass in den folgenden knapp 50 Minuten die Regentschaft von Geschwindigkeit, Brutalität, Mörder-Riffing & Co. anbricht.

Wie echte qualitätsbewußte und umsetzungsfähige Altmeister präsentieren sich die Oranjes auch auf dem neuen Dreher. Eine runde und brachiale Mischung aus treibender Rhythmussektion, sägenden Gitarren, Doublebass-Attacken, Death-Grooves, infernalen Gitarrensoli und morbiden Leadgitarren verzückt die geneigte Hörerschaft. Mit Brechern wie „Convulsion Of Christ“ (mit mächtigem Kreispart), dem galoppierenden „The Canonical Rights“ oder heftigem Sperrfeuer a la „Dominance By Acquisition“ oder „Black Slithering Mass“ machen SINISTER fast alles richtig und entführen den Hörer gedanklich in schweißtreibende Todesmetall-Schlachtfeste im vollgepackten Club.

Die Vocals klingen, als ob das Gegrowle noch um ein Stockwerk tiefer gelegt worden wäre. "Syncretism" ist eine unverfälschte Angelegenheit, ein eindringlich-brachialer Reigen aus gekonnt intonierten Death Metal-Titeln, was etwa durch den Titeltrack und den Rausschmeißer belegt wird. Ein wenig aufgesetzt tönen die Keyboards, die in den Songs phasenweise zur Steigerung der Hintergrundtheatralik integriert werden. Hinsichtlich des Gesamtsounds gebe ich in puncto bauchiges Volumen und Druck dem Studiovorgänger den Vorzug, auf dem neuen Album hätte man den Hallanteil ein wenig zurückschrauben können.

SINISTER stehen auch 2017 für kompromisslosen, puren und auf den Punkt gespielten Death Metal, was die Niederländer für Infernalakustik-Puristen auch weiterhin zur verlässlichen und berechenbaren Fixadresse macht, aber auch als Angebot für alle Baller-Neueinsteiger verstanden werden darf, sich von den arrivierten Holländer im höllischen Death Metal-Style zu ausgiebiger Nackenakrobatik verführen zu lassen, um hautnah zu erfahren, wie sich ein Schleudertrauma-Patient fühlt. „Syncretism“ streichelt die Ohren mit Drahtbürsten und Reibeisen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (23.02.2017)

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