TRIVIUM - Ember To Inferno: Ab Initio

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VÖ: 02.12.2016
Bandinfo: TRIVIUM
Genre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Ein paar Jährchen ist es schon her, dass TRIVIUM mit ihrem Debüt „Ember To Inferno“ eine nachhaltige Duftmarke in die Metal-Welt setzten. In der Folge sollten sie mit dem 2005 veröffentlichten „Ascendancy“ den endgültigen Durchbruch in der Szene schaffen und sich fortan stetig von den rohen Wurzeln des Oldschool-Thrash weg zu einem melodischeren, aber technisch ausgereiftem Thrash/Metalcore-Stil mit zugänglicheren Melodic-Death-Elementen und schließlich auch Klargesang entwickeln. So blieben sie einerseits ihren Anfängen weitestgehend treu und schafften es doch immer wieder, den Hörer mit neuen Elementen und ständiger Weiterentwicklung zu überraschen.

Dreizehn Jahre und sieben Alben später legen TRIVIUM das inzwischen längst vergriffene Debüt als „Ember To Inferno: Ab Initio“ neu auf – auf zwei CD's mit umfangreichem Bonusmaterial. CD Eins enthält – no na – das komplette Debüt im Original, ohne Nachbesserung oder gar Neuaufnahmen. Fans der neueren Alben „Vengeance Falls“ und „Silence In The Snow“ werden bei den Klängen, die ihnen auf „Ember To Inferno“ entgegenschallen, erst einmal schlucken – gingen TRIVIUM doch auf ihrem Debüt noch um einiges räudiger und deutlich vom Oldschool-Thrash beeinflusst zu Werke. Gnadenlose Walzen wie der Titeltrack oder „Pillars Of Serpents“ zeugen von dem kraftvollen Eindruck, den TRIVIUM mit ihrem Debüt schinden konnten, und dem großen Potenzial, welches bereits gut erkennbar durchschimmerte. Einzig hinsichtlich der Produktion merkt man „Ember To Inferno“ an, dass in dieser Richtung zur damaligen Zeit noch Verbesserungspotenzial herrschte und dadurch die bereits hervortretende spielerische Klasse, die dann auf dem Folgealbum so richtig durchbrechen sollte, noch nicht so gut herauskam.

Für all jene, die das Debüt von TRIVIUM bereits ihr Eigen nennen, lohnt sich die Anschaffung der Neuauflage dennoch, da sich auf dem Bonusmaterial, bestehend aus drei farblich sortierten Demos (das rote Demo „Ruber“, „Caeruleus“ in Blau und das gelbe „Flavus“) massig hochinteressantes und äußerst vielseitiges Material befindet, das den stilistischen Umfang der Amerikaner einmal mehr unterstreicht. So überrascht beispielsweise „Pain“ vom roten Demo mit clean gehaltenen, melodischen Gitarrenläufen, während gesanglich der gute alte James Hetfield von METALLICA um die Ecke schielt. Auf dem blauen Demo zeigen TRIVIUM schon deutlich mehr von ihrer Seite, die sie vor allem auf „Shogun“ ausspielen sollten (das technisch versierte „The Storm“ sei hier hervorgehoben) – dabei enthält das Demo aber auch Titel, die in veränderter Form für das Debütalbum übernommen wurden, wie „Requiem“ und „My Hatred“, in denen der Qualitätssprung vom Demo zum späteren Debüt sehr deutlich nachvollziehbar ist. Vor allem aber weiß das finstere, apokalyptisch wirkende „Demon“ zu bestechen, das wohl mit Recht als der düsterste bekannte Song von TRIVIUM bezeichnet werden kann. „Flavus“, das sogenannte gelbe Demo, dreht die Zeit dann ein Stückchen weiter vor, zur Durchbruchs-Scheibe „Ascendancy“, mit den bekannten „Like Light To The Flies“ und „The Deceived“. Wer hier Titel erwartet, die lediglich Referenzen an die späteren Brecher beinhalten, wird überrascht sein, ist doch, trotz klarerweise schwächerer Soundqualität, bereits klar erkennbar, zu welchen Walzen sich die Songs in ihrer polierten Endversion entwickeln sollten.

Mit dem Release von „Ember To Inferno: Ab Initio“ schnüren TRIVIUM ein wertiges Paket, das nicht nur Allessammler anspricht, sondern sowohl Fans der ersten Stunde und neuere Hörer, die in die Tiefen der stahlharten Wurzeln der Band vordringen wollen. Natürlich ist die Soundqualität, gemessen an späteren Veröffentlichungen, nicht so ausgewogen und knackig wie von TRIVIUM ansonsten gewohnt – doch die Erwartungshaltung sollte hier, da es sich um Songs handelt, die auch schon eine zweistellige Zahl an Jahren auf dem Buckel haben und TRIVIUM dazumal erst am Anfang ihrer Karriere standen, nicht in allzu astronomische Höhen geschraubt werden. Trotz einiger Schwächen sind also „Ember To Inferno“ und die begleitenden Demos der zweiten CD eine empfehlenswerte Anschaffung für alle Fans; wer sich allerdings eher zum aktuellen Klanggewand der Amerikaner hingezogen fühlt, der sollte „Ember To Inferno“ mit Vorsicht genießen – es könnte sein, dass ihn eine ganz schön heftige Gnackwatschn erwartet.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (04.03.2017)

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