NAP - Villa

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VÖ: 03.03.2017
Bandinfo: NAP
Genre: Psychedelic Rock
Label: Noisolution
Lineup  |  Trackliste

„NAP sind hochkonzentriertes LSD. „Villa“ rockt einem echt den Stuhl unterm Arsch weg!“.

Geschichten gibt es, die gibt es doch gar nicht. Ein Demo, tief in der norddeutschen Ebene selbst aufgenommen und produziert. Kopiert und in kleinster Auflage an Online-Magazine und ein paar Fanzines und Musikzeitschriften verschickt… und dann so eine Reaktion! Visions z.B. macht ein Demo des Monats draus und schwärmt von einer klugen Kombination aus Doom, Krautrock, Psych und Hardrock.

8 Songs. 43 Minuten. Selbst produziert in der „Villa“, die eigentich auch Proberaum und Wohnung ist. Frei, wild, zügellos und ausufernd. Psychedelisch, heavy und immer wieder diese spielfreudigen und leichten Session-Parts, die eine eigene Note ins Spiel bringen, das sind NAP aus Oldenburg. Es geht um Leidenschaft, um Emotion, um Musik machen. Und das hört man in jeder Sekunde.

Vor Tagen waren sie noch Vorband von Norwegens Southern-Rocker ORANGO in Dortmund, im Subrosa (hier geht’s zum Livebericht!) und nun folgt das Debütalbum.

Das auf „Villa“ nicht sehr viel Wert auf Gesang gelegt wird, wird man schnell feststellen. Die ersten Vocals mischen sich erst nach guten zwölf Minuten Spielzeit in das Soundgebilde. Ganz so wie Sänger Ruphus es schon deutlich beim Gig gesagt hat: „Weniger Gelaber, dafür mehr Songs“. Obwohl ich eigentlich reine Instrumental-Alben aufm Tod nicht ausstehen kann, ist NAP für mich eine der seltenen Ausnahmen. Immerhin ist „Villa“ kein Album, sondern ein musikalischer Trip der sich mehr und mehr aufbaut. Rein Instrumental ist das Album jedoch nicht. Es werden hier und dort immer mal wieder einige wenige Vocals eingebracht, doch für mich wäre selbstverständlich eine größere Vocal-Gewichtung wünschenswert gewesen.

Wie dem auch sei. „Donnerwetter“ macht den Startschuss und klingt anfangs sehr stark nach alten BLACK ANGELS oder aber THE BLUE ANGEL LOUNGE, doch dann stampft, wabert und jammt sich die Nummer in ihre eigenen Höhen. Dabei brummen die Gitarren phasenweise wie alte BLACK SABBATH alles in Grund und Boden.

Ausgesprochen vielseitig geht das Trio auf ihren Debütalbum zu Werke. Nach dem anfänglichen Riffgewitter bei „Sabacia“, wird es düster und doomig. Dann ziehen unerwartet wieder die Geschwindigkeitsschrauben an und „Sabacia“ zieht nur so wie ein Sturm durch die Lauschlappen. Ein weiteres Augenmerk ist die extreme Verspieltheit, die hier an den Tag gelegt wird. Echt majestätisch! Da fühlt jemand wirklich was er spielt.

Sei es das hypnotisierende, wabernde „Duna“, das fetzige, nach vorne stampfende „Larva“, das tonnenschwere, düstere „Shitzo“, mit ausnahmsweise mal größerer Vocalgewichtung, oder aber das Ultra-Eingängige „Autobahn“ mit seinen hooklastigen Sound, bei dem man sich zutreffender Weise vorstellt mit hundert Sachen über die Autobahn zu heizen - alles großartige auf den Punkt abgelieferte Großtaten.

Bei manchen Alben ist es schwer einen Lauschlappen-Orgasmusfaktor ausfindig zu machen, da die Messlatte bei allen Songs ähnlich ist, aber kein wirklich überragender Song aus der Platte heraussticht. Bei „Villa“ ist es nun mal ein ganz anderes Dilemma. Alle Songs halten die Messlatte ausgesprochen hoch und jeder Song für sich kann vollends überzeugen. So ist es echt eine Qual der Wahl. „Villa“ ist das stärkste Album welches ich bisher dieses Jahr gehört habe. Hier wächst etwas ganz Großes heran! 

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Sabacia“.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: inhonorus (03.03.2017)

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