WRETCH - The Hunt

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: WRETCH
Genre: US Power Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Auch schon wieder seit 1984 (und unter anderem Namen schon ein Jahr früher) gibt es die US-Metaller von WRETCH. Der bisherige Output ist für diese schon lange währende Daseinszeit nicht gerade oppulent, aber wenn Qualität dabei rauskommt, soll auch der Lohnschreiber von Sturmbringer (Hammergag für genauere Leser!) nicht jammern. Und das tut er dann auch frohen Gemutes nicht.

Denn es gibt hier nicht viel zu jammern. Die Jungs offerieren verspielten US-Metal, wie es sich gehört. Versierte Musiker treffen auf ebenso versierten Sänger und schaffen eine eingängige, aber nie flache Ladung Musik. Abwechslung wird riesengroß geschrieben, verkommt aber nicht zum Selbstzweck, sondern wirkt zwingend, stringent, logisch. 

Mir war die Band bisher nicht bekannt, ich weiß, Asche über meinen spärlich bewachsenen Chromedome, aber auch der Mitte-Vierziger darf sich noch freuen, wenn er auf ein so feines Stück Metal aus einem Land stößt, das in letzter Zeit – zumindest für mich – eher nicht so positiv aufgefallen ist. 

Der neue Sänger von WRETCH, Juan Ricardo, wird von Pure Steel Records als Dickinsonesque angepriesen, ich tendiere hier leicht zu einer Mischung aus Kiske und Hansen, was dann aber wiederum nicht so weit vom einstigen Sangesgott entfernt wäre. Auf jeden Fall ist er das herausstechende Merkmal der ohnedies schon stark aufgestellten Band.

Wunderschön immer die leicht verspielten Breaks mit durchdachten Soli, die die Songs verzieren und nicht zur Ansammlung von Fragmenten verkommen lassen. Die Band kann nämlich auch schön gradlinig sein und richtig straight metallisch. Die Nähe zu IRON MAIDEN kann ich bei WRETCHs "The Hunt" beim besten Willen nur marginal feststellen, die Konkurrenz sieht das anders, aber wie sagte Rechtsaußen Eastwood so schön: "Opinions are like assholes, everybody´s got one". 

Das Album bietet alles, was das URS-Metal-Herz (nein – kein Tipfehler wertes Lektorat) begehrt oder begehren will. Verspielte Songs mit einem grandiosen Sänger, wunderbaren Melodien, hervorragenden Musikern und ebensolchen Songs. Und mit "She Waits" eine wunderschöne Ballade zum Abschied. Das dritte vollständige Album von Ohio´s WRETCH punktet an allen Fronten und sollte nicht nur Leuten, die wie ich die Nummer des lokalen Palliativteams im Handy auf der 1 gespeichert haben, gefallen. 

Ganz einfach gesagt, ein wirklich gutes Metal Album aus den Rogue States – mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Doch, eines vielleicht noch: "Hello Cleveland, Rock´n´Roll!"

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (07.03.2017)

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