CUTTING THE TIES - Dead Thoughts. Dead Heart.

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VÖ: 00.00.2016
Bandinfo: CUTTING THE TIES
Genre: Post Hardcore
Label: MHC
Lineup  |  Trackliste

CUTTING THE TIES aus dem österreichischen St. Veit an der Glan bringen mit den sieben Songs ihres Debutalbums „Dead Thoughts. Dead Heart.“ soliden Metalcore, der leider fast durchgehend auf dem Niveau eines Lokalmatadors bleibt.

Der Opener „Cursed Nights“ empfängt den Hörer mit klassischen Metalcore-Riffs und einer fast schon nostalgischen Songstruktur, die - zumindest instrumental - an die Genre-Ikonen AUGUST BURNS RED erinnern (Ähnlichkeiten des Bandnamens zum gleichnamigen Song von AUGUST BURNS RED sind rein zufällig). Es scheint noch nicht aus der Mode gekommen zu sein, Cleans und Screams zu vermischen, und so probieren sich auch CUTTING THE TIES mit zwei verschiedenen Stimmen – von denen aber leider keine besonders in Erinnerung bleibt; dafür fehlt vermutlich noch die Praxis und Technik. „Through Selfish Eyes“ schließt musikalisch sofort an und lässt mich fast schon nostalgisch werden. Gibt es so einen Metalcore (den ich vielleicht mit 15 gehört habe) überhaupt noch? Natürlich darf auch hier dieser eine Breakdown nicht fehlen; ihr wisst schon, dieser einzige, den klassischer Metalcore kennt. Und wenn CUTTING THE TIES schon mit Klischees anfängt, dann aber bitte richtig: „Black Keys: A Sisters Tale“ startet mit dieser abgehackten Gitarren-Synth-Mischung, die man auch erst mindestens 200.000x zuvor gehört hat. Auch die obligatorisch-melancholische Ballade darf natürlich nicht fehlen: „Pale Hearts“ trieft nur so vor geplatzten Teenie-Träumen und trifft dabei genau den Ton der Klassiker – genau wie Ballade Nummer zwei, „Memories“ am Schluss des Albums, auf dem die Clean-Stimme wesentlich erwachsener zur Geltung kommt, als auf dem Rest der Scheibe. Warum nicht gleich so? Mittlerweile dürfte jeder gemerkt haben, wohin die Reise mit „Dead Thoughts. Dead Heart.“ geht. Einzig erwähnenswert bleibt meiner Meinung nach an dieser Stelle nur noch der vorletzte Track „Sirens“, der hier besonders heraussticht. Besonders der Refrain ist absolut griffig und gut durchdacht (anerkennendes Kopfnicken geht raus an Clean-Sänger Markus Maier).

Mit „Dead Thoughts. Dead Heart.“ fühle ich mich angenehm zurückversetzt in Zeiten von AS I LAY DYING, dem alten AUGUST BURNS RED und CALL US FORGOTTEN. Leider fehlt CUTTING THE TIES neben dem Nostalgiefaktor etwas, was mich zu ihnen zurückkehren lassen würde. Trotzdem behalte ich die Jungs mal im Auge, wer weiß, was da noch kommt. Immerhin ist das Debut ordentlich geschrieben und brachte ein ums andere Mal einen Moment von „Sowas gibt’s wirklich noch?“ gefolgt von dem Bedürfnis, die alten Platten vielleicht doch noch einmal hervorzukramen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (11.03.2017)

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