OUR HOLLOW OUR HOME - Hartsick

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VÖ: 03.03.2017
Bandinfo: OUR HOLLOW OUR HOME
Genre: Metalcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Manchmal, da flattert in unserem Redaktionsloft das Album einer Band herein, deren Namen man vielleicht zuvor irgendwo einmal aufgeschnappt hat. Ohne große Erwartungen landet die Platte dann im persönlichen Einkaufskorb und nach erstmaligem Durchlauf bleibt nur noch die Frage – wie konnte ich bisher ohne diese Band leben?! So war es zumindest im Falle des Albums „Hartsick“ von OUR HOLLOW OUR HOME, die sich in Dauerschleife das Monopol meines CD-Players gesichert hat, zumindest für die nächsten Tage oder Wochen. Das Quintett aus Southampton dürfte hier mit seinem selbst produzierten Debut den internationalen Standard für Metalcore angehoben haben.

Dass Eigenproduktion nicht immer schlechten Sound bedeuten muss, haben Größen wie BREAKDOWN OF SANITY und WHILE SHE SLEEPS mit ihrer DIY-Politik längst bewiesen. Auch OUR HOLLOW OUR HOME scheinen sich in diese Riege der Do-It-Yourself Bands einzureihen. Bereits nach dem kurzen Intro „The Sea Will Sleep“ ist klar, dass sich hier niemand mit Mittelmäßigkeit zufrieden gegeben hat. Gitarren und Vocals klingen wunderbar klar und unverzerrt, Bass und Drums gehen schön wuchtig nach vorne. Als dann zu Beginn in „Lone Shark“ kristallklare Clean-Vocals einsetzen, ist schon nach zwei Minuten Laufzeit des Albums klar, dass hier das Handwerkszeug für ein echtes Knaller Release vorhanden ist. Die Screams und Cleans fügen sich hier auf den toll geschriebenen Riffs lückenlos ineinander und münden in einem kurzen, aber denkwürdigen Singalong. Das Verhältnis von Härte und Melodie scheint hier absolut zu stimmen, weder wird es langweilig noch mangelt es an hymnischen Parts zum Mitsingen. Mit einem melodischen Klavierintro empfängt uns dann „Throne To The Wolves“, das musikalisch und strukturell genau an den Vorgänger anschließt. Für meinen Geschmack hätte es ruhig auch ein wenig härter sein dürfen, aber zum Glück folgt ja „Worms Wood“: Knallige Metalcore-Riffs mit absolut brutalen Screams, die stark an die deutschen ANY GIVEN DAY erinnern. Auch der Clean-Refrain wirkt frisch und unverbraucht – so macht moderner Metalcore Spaß!
Die wahre Hymne des Albums offenbart sich aber erst in seinem Namensgeber „Hartsick“. Dieser stellt sich als absolut fein geschriebener Song mit vielen kleinen Details und Höhepunkten heraus; der Fokus liegt hier eindeutig auf dem Ohrwurm-Refrain. OUR HOLLOW OUR HOME bleiben auf dem Rest der Platte dieser Linie treu, jeder Song ist ein kleines Unikat und nichts klingt wie von der Stange. Besonders erwähnenswert sind im Folgenden noch „Karmadillo“, das absolute Highlight des Albums (hört am besten gleich einfach selbst), der Zweiteiler „Pride: Lioness“ und „Pride: Of Might & Mane“ und der Rausschmeißer „Fox Blood“.

„Hartsick“ ist ein durch und durch starkes Album geworden. Bedenkt man, dass das ganze Ding in Eigenregie entstanden ist und es sich hier um ein Debut handelt, darf man wohl ohne Übertreibung sagen, dass wir hier Zeugen des next big thing im Metalcore sein könnten. OUR HOLLOW OUR HOME dürfte in Zukunft nichts im Wege stehen, um in einem Atemzug mit BURY TOMORROW, WHILE SHE SLEEPS oder ähnlichen genannt zu werden. Ich habe hier wirklich nichts auszusetzen.

Hier mein Favorit „Karmadillo“:



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (09.03.2017)

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