MEMORIAM - For The Fallen

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VÖ: 24.03.2017
Bandinfo: MEMORIAM
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
Lineup  |  Trackliste

MEMORIAM haben sich aus der Asche zwei der wichtigsten und einflussreichsten Death Metal-Bands in Großbritannien (und Europa überhaupt) entwickelt, nämlich BOLT THROWER (in Gestalt von Fronter Karl Willetts und Ex-Drummer Andy Whale) und BENEDICTION (Basser Frank Healy und Session-Gitarrist Scott Fairfax).

Nachdem BOLT THROWER nach dem Tod von Schlagzeuger „Kiddie“ Kearns auf Eis liegen und BENEDICTIONs letzte Platte („Killing Music“) auch schon neun Jahre her ist (die Band befindet sich „außerhalb ihrer aktiven Phase“; schön gesagt), haben die Jungs anscheinend viel Zeit, um sich mit MEMORIAM zu beschäftigen, und haben in kurzer Zeit viel auf die Beine gestellt (der Promo-Text dazu: „In der Zeit, in der Lars Ulrich seine Snare Drum stimmt, hatten MEMORIAM bereits „The Hellfire Demos“ geschrieben, ihre Webseite eingerichtet, ein Merchandise-Unternehmen gestartet, auf vier großen europäischen Festivals gespielt und „For The Fallen“ aufgenommen.“; Sarkasmus rockt.)

Die Zwei-Song-EP „The Hellfire Demos II“ war ein erster Vorgeschmack auf das jetzt vorliegende Debütalbum „For The Fallen“ und hat schon einige Vorschusslorbeeren eingeheimst. Der damals erhoffte „Kandidat für das beste Death Metal-Album 2017“ ist es dann zwar doch nicht geworden, macht aber trotzdem viel Spaß.

Das fängt schon beim Opener „Memoriam“ an, der nach der düsteren Einleitung mit einem simplen, aber unbarmherzigen Riff beweist, dass ein guter Song auch mit wenigen Akkorden auskommt. „Reduced To Zero“ und vor allem „Flatline“ punkten mit einer hervorragenden Mischung aus ASPHYX-Doomdeath und BOLT THROWER-Power. Sehr oldschoolig kommt dann „Corrupted System“ mit seinem Hardcore-Einschlag daher, während das schon von der EP bekannte „Surrounded By Death“ und der epische Abschluss „Last Words“ abwechslungsreiche Death Metal-Kracher sind.

Von den stilistischen Einflüssen wird in den acht Songs alles in einen Topf geworfen, was vor 30 Jahren im kontinentalen Europa und in Großbritannien (muss man ja heutzutage trennen…)  gut war, von ASPHYX über BENEDICTION und BOLT THROWER bis hin zu UNLEASHED.

Dazu passt auch der Sound, der von der alten Schule geprägt ist und mehr Proberaum-Feeling hervorruft als der moderne polierte Studiosound, aber trotzdem viel Schub von unten macht. Da verzeiht man auch, dass das Schlagzeug nicht immer punktgenau mit dem Rest der Band übereinstimmt.

Das von BOLT THROWER bekannte Konzept von vorwärtstreibendem Death Metal mit Kriegsthemen wird auch auf „For The Fallen“ durchgezogen, und wenn auch nicht alle Tracks überzeugen können („War Rages On“ und „Resistance“ bleiben recht farblos), geht das Konzept über weite Strecken auf. So ist „For The Fallen“ zwar kein Überalbum geworden, aber doch eine sehr runde Sache.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (21.03.2017)

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