ERIC GALES - Middle Of The Road

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: ERIC GALES
Genre: Blues Rock
Label: Mascot Label Group - Provogue Records
Lineup  |  Trackliste

Der Name ERIC GALES sorgt bei eingefleischten Bluesrockfans für ehrfürchtige Blicke, abseits davon ist er wohl am ehesten durch die Zusammenarbeit mit Doug Pinnick von KING’S X und Thomas Pridgen (MARS VOLTA, SUICIDAL TENDENCIES) bei PINNICK GALES PRIDGEN bekannt – die zwei Scheiben („PGP“ und „PGP2“) zählen mit zu dem Besten, was es in Sachen hochwertiger Rockmusik in den letzten Jahren gegeben hat.

Gales ist aber auch als Solokünstler und Sessionkünstler höchst produktiv – die Liste der Alben, bei denen er mitgewirkt hat, ist auf einen Blick gar nicht mehr zu überblicken und reicht mittlerweile mehr als 25 Jahre zurück.

Auch auf „Middle Of The Road“ ist ERIC GALES wieder solo unterwegs, mit Unterstützung einer hervorragenden Band und - wie in dem Genre üblich – von zahlreichen Gastmusikern. Und er spielt die volle Bandbreite seines Könnens aus – nicht umsonst wurde er am Anfang seiner Karriere als Wiedergeburt von JIMI HENDRIX gefeiert. Auf dessen ikonisches Level hat es Gales zwar nicht geschafft, aber dafür lebt er wenigstens noch.

Und es scheint, dass er froh darüber ist – mit „Good Time“ startet man gleich positiv und mit viel Gospel (und einigen Lord have mercy’s) in das Album – das „now that’s how you start a record“ am Anfang trifft es ziemlich genau. Das geschmeidig groovende „Change In Me (The Rebirth)” und die folgende Liebeserklärung „Carry Yourself“ punkten mit ganz feinen Leads. Überhaupt ist Gales keiner, der sich exzessiv mit Virtuosität in Szene setzt; Wie diese zwei Songs beweisen, kommt es ihm mehr auf den guten Ton und das passende Feeling an. Eine nette Abwechslung zu ein paar gehypteren Musikern (hüstel, BONAMASSA, hüstel).

„Boogie Man” ist dann das einzige Cover auf der Scheibe (im Original von Freddie King) und wird überzeugend, aber nicht überragend in Szene gesetzt, bei „Been So Long“ driftet Gales dann in beschwingten Reggae ab (was ihm ziemlich gut steht). Der Doppelschlag „Help Yourself” und „I’ve Been Deceived” sind dann klassische Bluesrocker, wobei vor allem „Help Yourself” mit seinem JOHN LEE HOOKER-Gedächtnis-„How How How“ gefällt.

Der nächste Track „Repetition” ist dann eine Familienangelegenheit, hier darf auch der ältere Bruder (und Mentor) Eugen Gales feine Gitarrenarbeit beisteuern (das Können liegt wohl in der Familie). Bei der Ballade „Help Me Let Go“ werden ruhigere Töne angeschlagen, das folgende „I Don’t Know“ ist im Gegensatz dazu stark Hiphop-beeinflusst. Das Instrumental „Swamp“ klingt dann so, als ob TED NUGENT als Gospelgitarrist wiedergeboren wäre – ein würdiger Abschluss.

Auf „Middle Of The Road“ kann Eric Gales alle seine Stärken ausspielen – das ausdrucksstarke Gitarrenspiel und die stilistische Bandbreite von Reggae über Soul bis hin zu Hiphop. Das ganze Album kommt ohne wirklichen Durchhänger aus, aber dafür fehlt auch der eine oder andere herausragende Song, von dem man allen seinen Freunden erzählen will.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (19.03.2017)

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