OBITUARY - Obituary

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VÖ: 17.03.2017
Bandinfo: OBITUARY
Genre: Death Metal
Label: Relapse Records
Lineup  |  Trackliste

„Inked In Blood“ war unzweifelhaft DAS Death Metal-Album 2014. Brodelnde Livedarbietungen folgten und faszinierten die Fanschar. Für kräftigen Nachschlag sorgte Ende letzten Jahres die „Mini“ bzw. das Livealbum „Ten Thousand Ways To Die“, bevor man sich nach fast drei Dekaden nach der Bandgründung dazu entschloß, den zehnten, endlich selbstbetitelten Dreher ins Rennen um das beste Death Metal-Album des heurigen Jahres zu schicken. Gleich vorweg: Operation definitiv gelungen, der Patient gibt äußerst vitale Lebenzeichen von sich - „Obituary“ knallt dank voluminöser Killerriffs und in die Knie zwingendem, brutalem Midtempo-Monstergroove ohne Ende, Punkt. Das behäbig stapfende „Turned To Stone“ wurde als erster Vorbote ausgeschickt, die Ankunft des nächsten Flächenbrandes, den von OBITUARY vom „Sunshine State“ aus entfachen sollten, zu verkünden. Und der Fünfer um die Tardy-Brüder sollte auch auf voller Länge nicht enttäuschen.

Das schnelle „Brave“ markiert den idealen Einstieg und killt „big time“, dann regiert die große Knochensäge, die gemächlich, aber unerbittlich und hocheffektiv selbst stabilste Oberschenkelknochen zerbröselt. „Lesson In Vengeance“ oder der breitbeinige Rhythmus-Säge-Groover „End It Now“ töten ebenso wie „It Lives“ oder „Kneel Before Me“ genüsslich in gedrosselter Manier. Die langsam-mahlenden Brecher fesseln einmal mehr und binden den Hörer weiter eng an die Death-Veteranen., die auch nicht vergessen, das Tempo anzuziehen („Sentence Day“) und beschließen den heißen Anwärter auf das Beton-Album 2017 mit „Ten Thousand Ways To Die“, das im Finale noch die Überleitung von der Mini schafft.

Trotz aller Euphorie hat man dennoch das Gefühl, die Gitarrenriffs, Songstrukturen etc. schon einmal vernommen, ja verinnerlicht zu haben.  Höchstwahrscheinlich habe ich „Inked In Blood“ & Co. viel zu intensiv aufgesogen bzw. zu oft gehört. Das soll den Florida-Deathern jedoch nicht zum Nachteil gereichen, zu stark und durchschlagskräftig tönen die neuen Todesfeger aus der Feder von OBI. Wer versucht ist, den Rezensenten der „Majestätsbeleidigung“ zu zeihen, dem sei zur Besänftigung mitgegeben, dass ihre Death Metal-Hoheit noch immer mit eiserner Hand regiert und fest – nicht im Sattel, aber – auf dem Thron sitzt! Die Veteranen überzeugen auch im neuen Jahr mit einem mächtigen, zermalmenden Kracher, der eine ganze Wagenladung essentielle DM-Wuchtbrummer und Todesgranaten in sich vereinigt! OBITUARY treten auch 2017 alles weg!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (15.03.2017)

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