BLIND PETITION - Law & Order Unplugged Live

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VÖ: 03.03.2017
Bandinfo: BLIND PETITION
Genre: Hard Rock
Label: Breakin Records
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Lineup  |  Trackliste

Über 40 Jahre, und kein bisschen leise! Nun gut, nach einer so langen Zeit und einer derartig turbulenten Bandgeschichte, darf man ruhig auch mal ein wenig runterkommen. Das tun BLIND PETITION, nach ihrem überraschend starken „Law & Order“ im Jahr 2014, nun mit der Live-Scheiblette „Law & Order Unplugged Live“ wortwörtlich. Dass BLIND PETITION auch ohne Strom und Stecker gut funktionieren, davon konnte sich Stormbringer bereits im Vorjahr im Nachgang des Alpine Steel Festivals überzeugen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Mannen rund um Hannes „Fusel“ Bartsch auch im November 2016, bei ihrer Rückkehr ins Stellwerk XII im heimatlichen Favoriten, bei einem ihrer raren und bei der Anhängerschaft beliebten Unplugged-Gigs sehr gute Figur machten.

Auf dem vorliegenden Dreher kann man das komplette Konzert sowohl rein musikalisch auf CD, als auch audiovisuell auf der beiliegenden Bonus-DVD begutachten – volles Service also! Da sich die Titelliste von CD und DVD gleicht, ganz so wie es sein soll, braucht erst gar nicht auf spezifischen Unterschieden herumgeritten werden. Abgemischt ist das Ganze in beiden Fällen ganz famos und fein ausbalanciert, sodass auch alle drei Akustikklampfen zur Geltung kommen - lediglich die Grundlautstärke wünscht man sich ein bisschen niedriger (Loudness-War lässt grüßen!), da das Akustik-Set bei gleicher Lautstärkeeinstellung lauter um die Ecke kommt als die nächstbeste Todesmetall-Schlachtplatte.

Das ist aber auch schon alles, was man „Law & Order Unplugged Live“ vorwerfen kann, denn abgesehen von diesem kleinen Schönheitsfehler präsentiert sich das Live-Album der österreichischen Rock-Urgesteine als äußerst stimmig und charmant. Wieder einmal beweist Sänger/Gitarrist David Strohmeier, welch ein großer Gewinn für BLIND PETITION er mit seiner starken, rauchigen Stimme ist, die dem klassischen Rock und Metal der legendären Bartsch-Brüder sogar in manchen Momenten einen dezenten, angesagten Stoner-Touch gibt. Auf der Bühne wirken BLIND PETITION bei dem familiär wirkenden Konzertmitschnitt hochsympathisch und man kann sich den kleinen Grinser angesichts der wunderbar retro-lastigen Rattanstühle auf der Bühne nicht verkneifen. Ja, so ab einem gewissen Alter mag man es doch ein wenig bequemer; Was aber die Bartsch-Brüder nicht davon abhält auch ein wenig herumzuposen, während Bassist Tom Gehrke mit stoischer Ruhe an seinem Fünfsaiter zupft und der blutjunge Bartsch am Schlagzeug (der Bursch hat doch noch nichtmal das dritte Lebensjahrzehnt angerissen, oder?) den rüstigen Oldies den Beat klopft.

Vor allem die Fans wird es freuen, endlich ein rares Unplugged-Dokument von BLIND PETITION in Händen halten zu können. Auch das Set aus aktuellen Nummern, gewürzt mit ein paar alten Gassenhauern, bietet keinen Anlass zur Beschwerde, zumal es schön ist zu sehen, dass diese Rock-Urgesteine augenscheinlich noch immer großen Spaß auf der Bühne haben, selbst wenn ihnen einmal der Stecker gezogen wird – natürlich nur im übertragenen Sinne, und gemünzt auf die Instrumente. Eine Offenbarung, eine Neuerfindung des Rocks (Anm. d. Lekt.: Schon der Musikrichtung, nicht des Kleidungsstücks, oder?) oder die absolut überwältigendste Show der Welt darf man natürlich nicht erwarten – das schreiben sich schon Andere auf die Fahnen – aber das tut bei BLIND PETITION wohl niemand. Nein, diese nicht totzukriegende Gruppe tut einfach das was sie wirklich gut kann: Sauber abrocken! That's it! Und dafür muss man den Fusel und seine Mitstreiter einfach gern haben.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (01.04.2017)

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