STRIKER - Striker

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VÖ: 24.02.2017
Bandinfo: STRIKER
Genre: Heavy Metal
Label: Record Breaking Records
Lineup  |  Trackliste

In Kanada giibt es dort schon seit einigen Jahren eine kleine, aber feine Szene aus Bands, die puren, traditionellen Heavy Metal spielen. Neben CAULDRON und SKULL FIST zählen STRIKER zu den wohl wichtigsten Vertretern der NWoTHM (New Wave of Traditional Heavy Metal) in ihrem Land.
2007 gegründet, veröffentlichten sie nun zehn Jahre später ihr fünftes Studioalbum, das einfach "Striker" betitelt wurde.

Optisch ist "Striker" eine radikale Abkehr von den früheren Alben der Band, die alle sehr dynamisch und farbenprächtig waren. Das Cover des neuesten Werks hingegen ist auffällig schlicht, weiß mit einer statischen, grafischen Darstellung einer um drei Schwerter geschlungenen Schlange. Zunächst nur auf CD oder als Download erhältlich, erscheint das Album mit kleiner Verzögerung nun auch auf Vinyl.

Als sich nach dem dritten Album, "City of Gold", die Wege von STRIKER und Napalm Records trennten, gründete die Band ihr eigenes Independent-Label, Record Breaking Records, auf dem sie im Vorjahr "Stand in the Fire" und nun "Striker" veröffentlichten. Dank investiertem Schweiß, Herzblut und diverser Fördergelder scheint alles gut zu laufen für "Kanadas schnellst wachsende Metal Band". Auch auf die Qualität der Alben hatte der Schritt in die Unabhängigkeit keine negativen Auswirkungen, wie man sich auf dem neuem Album überzeugen kann.

Wie bereits auf den früheren Alben, so könnten auch hier die Songs nahezu "direkt aus den glorreichen Tagen des Heavy Metal stammen". Möchte man den Sound der Songs auf dem Album zusammenfassen, so klingt dieser wie eine gelungene Mischung aus NWoBHM Bands wie DEF LEPPARD (vor dem Beginn ihrer überproduzierten Popmetalkarriere), SAMSON oder den TYGERS OF PAN TANG und melodischen Thrash á la MEGADETH, ANTHRAX oder ARMORED SAINT.

Mit "Former Glory" ist ein idealer Opener gewählt, der dank eingängiger Melodie und Refrain schon nach dem ersten Hören im Gedächtnis bleibt. Insgesamt ist das Album sehr 'catchy', es braucht nicht viele Durchgänge bis man – zumindest als Oldschool-Metalhead – an so ziemlich allen Songs Gefallen findet. Was hier präsentiert wird, klingt aber keinesfalls wie Aufgewärmtes aus der Vergangenheit. Die saubere moderne Produktion, sowie vereinzelt der Einsatz moderner stilistischer Elemente (etwa die Gang Vocals in "Pass Me By") und digitaler Technik (die beispielsweise in der kurzen instrumentalen Nummer "Cheating Death" als Kontrast zum Gitarrenspiel wirkt) gefallen. Zu plumpen Einsatz von Computerspielereien wird man hier aber vergebens suchen.

Obwohl das Album wie aus einem Guss klingt, gibt es doch genügend Variation zwischen den einzelnen Songs um jedem eine eigene Note zu verleihen und ihn von den anderen abzuheben. Von der sehr modern klingenden Speed-Nummer "Over The Top" bis hin zum sehr klassischen "Born To Lose", das wie straight aus den 80ern klingt. Zu "Born To Lose" hat die Band ein Lyricvideo veröffentlicht (wie die Band im Interview erklärt, aus Zeitgründen), dass doch zumindest ein wenig Action beinhaltet:

"Shadows In The Light" ist ein besonderes Highlight auf diesem durchwegs starken Album. Selbst wenn man in diesem Uptempo-Song im Vergleich zu anderen Songs auf dem Album einen winzigen Tick vom Gas geht (zumindest während des Refrains), strotzt er geradezu vor Power. Dan Clearys gesangliche Performance ist hier besonders beeindruckend. Der darauffolgende Song "Rock The Night" ist (vielleicht gerade weil er auf die stärkste Nummer folgt) ist der schwächste des Albums, aber dennoch zumindest mittelmäßig.

"Freedom's Call" erweckt beim Hörer in der ersten halben Minute vielleicht die falsche Vorstellung, dass es sich hierbei um eine Ballade handeln könnte, aber nach genau 34 Sekunden ist damit Schluss und es meldet sich die Rhythmussektion mit voller Kraft und auch Tim Brown bringt seine Gitarre zum Singen. Bei "Curse of Dead" geht es ebenso gnadenlos weiter, bevor "Striker" durch eine Coverversion des OZZY OSBOURNE Songs"Desire" (1991 auf "No More Tears veröffentlicht und von Ozzy, Zakk Wylde, Randy Castillo und Lemmy Kilmister komponiert) abgerundet wird. Obwohl der Song sofort wiedererkennbar ist, so klingt er in dieser Version aber auch durch und durch nach STRIKER.

Großartige Melodien, jede Menge Energie, gepaart mit dem musikalischen Können der soliden Rythmussektion (Bassist William Wallace und Drummer Adam Brown), Dan Clearys kräftiger, klaren Stimme, sowie dem beeindruckendem Gitarrenspiel von Tim Brown, der nicht nur mit guten Riffs sondern auch starken Soli punktet, das alles macht "Striker" zu einem Genuss für Freunde puren Heavy Metals.

"Full Speed or no Speed ist das Motto, nach dem die Band lebt" – ob das volle Tempo schon ausgereizt ist, wird man in den weiteren Jahren sehen, STRIKER befinden sich jedenfalls auf der Überholspur.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (31.03.2017)

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